Wetter

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006. Fön

Fliege Ella war entsetzt. Ein dicker Regentropfen hatte sie unerwartet getroffen und ihre Flügel durchnässt. An Fliegen war vorerst nicht mehr zu denken.
„Mach dir mal keine Sorgen, Schatz.“, beruhigte sie ihr Mann Flori. „Ich werde mich darum kümmern. Wir können gleich wieder durchstarten.“
Er griff in seine Tasche, holte eine Bohne daraus hervor und aß sie komplett auf, dass sein Bauch kugelrund wurde. Nur wenige Sekunden furzte er so heftig, dass Ellas Flügel wieder trocken wurden.

(c) 2026, Marco Wittler

005. Winterwunderland

Nach dem Aufstehen lief Flori zum Fenster war sichtlich begeistert.
„Dass ich das noch erleben darf.“
Er blickte auf die weiße Landschaft vor seinem Haus.
„Es hat geschneit. Das ist so wunderschön.“
Er ließ sich nicht lange aufhalten, kletterte durch das Fenster und sprang in die weißen Massen.
„Es gibt noch etwas Schöneres: Schnee, der zuckersüß ist.“, sagte er schmatzend.
„Schatz!“, reif eine erschrockene Frau. „Da ist eine Fliege in meinem Eisbecher versunken. Mach die sofort weg!“

(c) 2026, Marco Wittler

204. Schaukel

Schaukel

Nach dem schweren Sturm, riss am Abend die Wolkendecke auf. Es kamen nicht nur die Sterne aus ihren Verstecken, sondern auch ein kleiner Waschbär, der traurig auf die alte Eiche blickte, die nun zerborsten am Boden lag.
„Wo soll ich denn nun meine Schaukel aufhängen? Das war doch immer mein Lieblingsplatz.“
In diesem Moment ging der Mond auf. Er hörte von der Katastrophe und hatte sofort eine Idee. Er zog seinen Bauch ein und zeigte auf seine Sichel.
„An mir ist immer Platz für eine Schaukel.“

(c) 2023, Marco Wittler

180. Pfützen

Pfützen

„Musst du jetzt echt nach draußen gehen?“ Papa sah aus dem Fenster und den Wolken nach, die gerade hinter dem Horizont verschwanden. „Es hat stundenlang geregnet. Alles ist nass. Deine Klamotten werden bestimmt dreckig.“
Hannah nickte. Ich gebe auch auf alle Pfützen acht. Versprochen.“
„Ok.“ Papa seufzte und ließ Hannah raus.
Sie blickte sich. Jetzt war sie allein. „Ich habs versprochen. Ich gebe auf jede einzelne Pfütze acht.“
Sie sprang los, ließ das Wasser spritzen. Keine Pfütze kam zu kurz.

(c) 2023, Marco Wittler

172. Koffein

Koffein

Paul verließ den Baumarkt. Das Zwielicht blendete ihn.
Er stolperte er über die eigenen Füße. Sein voller Kaffeebecher flog in hohem Bogen davon.
Der Himmel sog den Kaffee gierig auf, die Wolken rissen aus.
„Das hab ich jetzt gebraucht.“, seufzte die Sonne wohlig.

(c) 2023, Marco Wittler

134. Regentropfen

Regentropfen

Es war ein schöner Sommertag, der viele Menschen in die Freibäder und an die Stauseen lockte. Der Himmel jubelte in sattem Blau.
Doch plötzlich, warum das weiß niemand mehr so genau, tauchte eine Wolke auf. Ihr folgten ihre grauen Freunde und und ließen bald keine Sonnenstrahlen mehr durch.
Kurz darauf war ein Platsch zu hören. Kleine Tropfen fielen herab und sammelten sich in den Gewässern. „Endlich sind wir wieder vereint.“ Hatten sie ihre Freunde, die Tropfen der Seen doch so sehr vermisst.

(c) 2023, Marco Wittler

133. Sauerland

Sauerland

Hoch droben, hier im Sauerlande,
lebt eine richtig fiese Bande.
Alle paar Wochen
kommt sie aus dem Versteck gekrochen.
Egal ob kleine Stadt, Dorf oder Wald,
sich macht vor gar nichts Halt.
Sie verteilt sich über das ganze Land,
hat es dann fest in seiner Hand.
Die Bande beherrscht dann Berg und Tal.
Wir Sauerländer haben keine Wahl.
Über uns hängen schwere Wolken
und werden dort großzügig gemolken.
Wir stehen dann im Regen ganz allein.
Das finden wir hier gar nicht fein.

(c) 2023, Marco Wittler

106. Das unbeugsame Wölkchen

Das unbeugsame Wölkchen

Es war ein sonniger und warmer Tag. Der Himmel war blau und keine einzige Wolke war zu sehen.
Wirklich keine? Nein. Ein unbeugsames Wölkchen schlich sich vor die Sonne und fiel in kleinen Tröpfchen zur Erde hinab.
„Was wird das denn? So war das Wetter aber nicht abgesprochen.“ Die Sonne schickte ihre warmen Strahlen aus, verdampfte jedes einzelne Tröpfchen und setzte die Wolke wieder zusammen. Dann schob sie sie fort.
„Du hast heute deinen freien Tag. Komm doch bitte Morgen wieder.

(c) 2023, Marco Wittler

058. Lawine

Lawine

„Achtung Lawine!“
Die Leute um mich sprangen in alle Richtungen davon, um sich Schutz zu suchen, während ich die Gefahr noch nicht in Gänze verstanden hatte.
Ich blickte zum Berg, sah die große, weiße Kugel auf mich zu rollen. Für eine Flucht war es zu spät. Sie würde mich erwischen.
Ich schloss die Augen. Doch dann geschah … nichts.
„Moin!“
Ich öffnete die Augen wieder und sah, wie sich die Kugel entrollte und mich ein grinsender Eisbär anblickte. „Macht Spaß. Musst du auch mal probieren.“

(c) 2023, Marco Wittler

044. Regenbogen

Regenbogen

„Aber wenn ich es dir doch sage, am Ende des Regenbogens steht ein Topf voll Gold. Den hole ich mir und werde ein reicher Junge.“
Paul zog sich den Regenmantel über, nahm Papa an die Hand und zog ihn mit nach draußen.
Sie gingen durch die Stadt, wanderten durch den Wald, bis sie auf einem Berg an ihrem Ziel ankamen. Dort fanden sie allerdings statt des Topfes einen alten Farbeimer. Dieser war allerdings umgekippt.
„Jetzt weißt du auch, wie ein Regenbogen entsteht.“, sagte Papa lachend.

(c) 2023, Marco Wittler