Januar, 2026
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006. Fön
Fliege Ella war entsetzt. Ein dicker Regentropfen hatte sie unerwartet getroffen und ihre Flügel durchnässt. An Fliegen war vorerst nicht mehr zu denken.
„Mach dir mal keine Sorgen, Schatz.“, beruhigte sie ihr Mann Flori. „Ich werde mich darum kümmern. Wir können gleich wieder durchstarten.“
Er griff in seine Tasche, holte eine Bohne daraus hervor und aß sie komplett auf, dass sein Bauch kugelrund wurde. Nur wenige Sekunden furzte er so heftig, dass Ellas Flügel wieder trocken wurden.
(c) 2026, Marco Wittler
005. Winterwunderland
Nach dem Aufstehen lief Flori zum Fenster war sichtlich begeistert.
„Dass ich das noch erleben darf.“
Er blickte auf die weiße Landschaft vor seinem Haus.
„Es hat geschneit. Das ist so wunderschön.“
Er ließ sich nicht lange aufhalten, kletterte durch das Fenster und sprang in die weißen Massen.
„Es gibt noch etwas Schöneres: Schnee, der zuckersüß ist.“, sagte er schmatzend.
„Schatz!“, reif eine erschrockene Frau. „Da ist eine Fliege in meinem Eisbecher versunken. Mach die sofort weg!“
(c) 2026, Marco Wittler
004. Weltreise
Flori machte den letzten Schritt, warf seinen Spazierstock auf den Boden und riss in Jubelpose seine Arme in die Höhe.
„Ich bin der Erste, der die ganze Welt zu Fuß umrundet hat. Ich bin der Größte.“
Seine Frau Ella schüttelte genervt den Kopf. „Flori, die bist eine Fliege und hast eine Mandarine umrundet. Das ist keine große Leistung. Und jetzt räum deinen Stock weg und bring den Müll raus.“
(c) 2026, Marco Wittler
003. Kornkreise
Paul nahm das Getreidefeld genauestens unter die Lupe. Der Kreis platt gedrückter Halme war der Beweis, den er so lange gesucht hatte.
„Ich habe es die ganze Zeit gewusst. Es gibt sie wirklich. Aliens sind heute Nacht mit ihrem Raumschiff hier gelandet und haben eindeutige Spuren hinterlassen. Lacht ihr jetzt immer noch über mich?“
Er blickte seinen Freund an, der sich das Lachen nicht verkneifen konnte.
„Ähm, Paul. Ich hab dort gerade unser Zelt abgebaut. Wir haben hier übernachtet.“
(c) 2026, Marco Wittler
002. Alpaka Albert lässt tief blicken
Noch vor dem Sonnenaufgang verließ Alpaka Albert den Stall. In der luftigen Höhe der Berge fröstelte es ihn, dank seines dichten, lockigen Fells nur wenig.
Er griff zum Fernglas, blickte ins Tal hinab und stöhnte genervt.
„Ich hab es schon im vorderen rechten Huf gespürt. Da sind Touristen auf dem Weg zu uns.“
Er weckte die Anderen. „Es wird Zeit zu gehen. Macht die Windbeutel bereit.“
Kurz darauf standen zwanzig Alpaka auf dem Berg, hielten geöffnete Taschen in den Wind und segelten davon.
(c) 2026, Marco Wittler
001. Alpaka Albert feiert rein
Alpaka Albert feiert rein
Alpaka Albert blickte zur Uhr hinauf und zählte die letzten Sekunden des Jahres herunter.
»Drei, zwei, eins, null. Frohes neues Jahr.«
Er griff zum Glas, stieß mit den WG Kumpels an, als es draußen laut knallte.
Albert verdrehte die Augen, öffnete das Fenster und spuckte im hohen Bogen nach draußen.
Auf der Straße erlosch ein Feuerzeug und ließ sich nicht mehr entzünden.
»Und jetzt ist Ruhe hier.« Albert lachte. »Wenn du Krach machen willst, friss Bohnen und furz mit deinen Leuten um die Wette.«
(c) 2026, Marco Wittler