MicroFiction
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024. Wo ist der Eisbär?
Wo ist der Eisbär?
Der Pinguin kämpfte sich durch den tiefen Schnee und sah sich vorsichtig um. Irgendwo versteckte sich der Eisbär.
Der Pinguin kletterte einen Hügel hinauf. Von hier hatte er bessere Sicht.
Da! Das musste er sein. Das weiße Fell verschwand zwar im Schnee, aber die Schwarze Haut seiner Tatzen war nicht zu übersehen.
Der Pinguin sprang, landete direkt auf dem Bauch des Bären und lachte. „Hab dich. Jetzt bist du dran mit suchen.“
(c) 2023, Marco Wittler
020. Ausflug
Ausflug
„Heute machen wir einen Ausflug.“ Paul Pinguin legte Eddy Eichhorn einen Flügel auf die Schulter und grinste. „Einmal im Jahr besuchen wir unsere Verwandtschaft am Südpol.“ Eddy sah sich verwirrt um. Es war kein Flugzeug, kein Zug, kein Auto vor dem Pinguingehege. „Ich weiß, was du mich fragen willst. Wir fliegen selbst. Pass gut auf.“ Paul stieg in ein großes Fass, das bis zum Rand mit Kaffee gefüllt war. Wenige Augenblicke später düste er wie eine Rakete los und verschwand über den Wolken.
(c) 2023, Marco Wittler
017. Milchstraße
Milchstraße
Das Schiff stürzte vom Hyperraum zurück ins angestammte Universum. Auf der Brücke schrillte der Alarm.
„Wir sind vom berechneten Kurs abgekommen.“ Die Finger des Navigators glitten hektisch über die Kontrollen. „Wir befinden uns am Rand der Milchstraße. Das geht nicht gut aus.“
„Wenn ihr nicht endlich aufhört, mit dem Frühstück zu spielen, nimmt das auch kein gutes Ende.“ Mama schimpfte mit Papa, der den Löffel langsam in den Brei tunkte. „Jeden Morgen dieses Spiel, wenn du das Kind fütterst.“
(c) 2023, Marco Wittler
015. Schlagloch
Schlagloch
Rumms!
Unter dem Vorderreifen brach der Vorderreifen in den Asphalt ein. Es hatte sich ein Schlagloch gebildet.
„Das darf doch nicht wahr sein.“
Nur mit Mühe bekam Hubert den Wagen ein Stück weiter gefahren. Wütend stieg er aus, um sich den Schaden anzusehen.
Erschrocken wich er zurück. Ein entsetzter Maulwurf blickte ihn fassungslos an.
„Nein! Was ist hier passiert? Mein Haus, mein Heim, alles zerstört. Wie konnte das nur geschehen?“
Er entdeckte Hubert und wurde wütend. „Verdammter Terrorist.“
(c) 2023, Marco Wittler
014. Die Kunst des Fliegens
Die Kunst des Fliegens
Die kleine Maus sah ihren Nachbarn aus der dunklen Höhle wehmütig nach. Fliegen wie eine Fledermaus, das wünschte sie sich. Aber ihr fehlten die Flügel.
„Wenn ich ihnen doch folgen könnte und wär es auch nur ein einziges Mal.“
In diesem Moment hörte sie Kinderstimmen auf der Wiese. Sie hatten sich für das Herbstwetter Drachen gebaut.
Die kleine Maus wusste sofort, was zu tun war. Sie flitzte los, schnappte sich einen Drachen und stieg hinauf in die Lüfte. Nun konnte sie den Feldermäusen folgen.
(c) 2023, Marco Wittler
013. Regenbogen
Regenbogen
„Das schafft ihr nie. Ich werde für immer auf meiner Wolken sitzen bleiben. Ich bin doch nicht lebensmüde und stürze mich einfach in die Tiefe.“
Der kleine Engel schluckte schwer und sah seinen Artgenossen nach, die beim Fliegen offenbar sehr viel Spaß hatten.
Die Wolke, auf der er saß zwinkerte der Sonne zu und begann zu flüstern. Ich lasse es regnen. Schick du durch meine Tropfen deine Strahlen.“
Kurz darauf erstrahlte ein Regenbogen. Auf ihm konnte der Engel gefahrlos nach unten sausen.
(c) 2023, Marco Wittler
012. Angriffsziel
Angriffsziel
„Drei, zwei, eins, null.“ Mit dem Ende des Countdown öffneten sich die Schleusen.
„‚Okay, Leute.“ Der Kommandant trat vor und blickte von einem zum anderen. „Ihr wisst worauf es ankommt. Passt auf euch auf. Wir treffen uns am Ziel.“
Ohne zu zögern sprang er durch die Öffnung und stürzte in die Tiefe. Furchtlos folgte ihm die restliche Truppe.
Sekunden später klatschen sie auf.
„Verdammt!“ Der Fußgänger wischte sich die Tropfen aus dem Auge. „Muss es gerade jetzt regnen?
(c) 2023, Marco Wittler
011. Der Sprung
Papa nahm Anlauf. Nach ein paar Metern sprang er ab und landete auf der anderen Seite.
„Jetzt du!“, rief er Paul entgegen. „Das schaffst du.“
Paul lief los, sprang ebenfalls und landete mit beiden Füßen in der großen Pfütze. Das Wasser spritzte in alle Richtungen.
„Toll. Jetzt bin ich nass.“ Papa war sauer.
„Wofür habe ich Gummistiefel bekommen, wenn ich damit nicht in Pfützen springen darf? Sie sind nur dafür gemacht worden.“
Paul ging grinsend an Papa vorbei und sprang in die nächste Pfütze.
(c) 2023, Marco Wittler
010. Der rote Faden
Der rote Faden
„Da beißt die Maus keinen Faden ab.“, sagte die Maus resignierend und blickte ihr Gegenüber enttäuscht an.
Der große Adler öffnete langsam seinen Schnabel, fuhr plötzlich pfeilschnell damit herab und biss den Faden in zwei Hälften.
„Was bin ich froh, dass ich dich an meiner Seite habe.“ Die Maus klopfte dem Adler anerkennend gegen den Schnabel. „Allein wäre ich sicherlich kein so erfolgreicher Schneider.
(c) 2023, Marco Wittler
009. Mitten ins Ziel
Mitten ins Ziel
Majestätisch glitt der Adler mit ausgebreiteten Flügeln durch die Lüfte. Geschickte nutzte er die Thermik aus, um sich ohne viel Krafteinsatz in die Höhe zu schrauben.
In schwindelnder Höhe suchte er sich sein Ziel und stürzte sich hinab.
Der Adler wusste, dass er ins Schwarze treffen würde. Er hatte es mehr als einmal unter Beweis gestellt.
Und dann traf er mit seinem Schnabel die Zielscheibe genau in der Mitte.
„100 Punkte“, rief der Schiedsrichter. Die Gegner nickten dem Adler anerkennend zu.
(c) 2023, Marco Wittler