Tiergeschichten

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Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 2 – Überlebende

TRIGGER WARNUNG / CONTENT NOTE:
Bitte lies meine Geschichten einmal selbst, bevor du sie deinen Kindern vorliest. Sie sind zu Halloween etwas gruseliger, auch wenn sie lustig enden. Bitte bewerte vorher, ob dein Kind die Geschichten bereits versteht, damit umgehen kann und sich nicht zu sehr gruselt.

Kapitel 2 – Überlebende

Captain Ulli Grunz sprang aus seinem Sessel, umrundete ihn und kauerte sich auf den Boden. Vielleicht, so hoffte er, hatte der Tod ein besonders schlechtes Kurzzeitgedächtnis und würde sich nun wundern, wo der Eber geblieben war. Doch da packten die knochigen Hände bereits zu und zogen ihn unbarmherzig nach oben.
»Es ist zu spät, vor mir zu flüchten. Niemand ist dem Tod jemals von der Schippe gesprungen.«
Der Tod hielt inne, dachte kurz nach und lächelte schief, während Ulli bereits eine Hand hob, um Einspruch zu erheben. »Ja, ich weiß. Ich übertreibe gerade und kann mich noch sehr gut an diverse Vampire, Zombies und diesen ominösen Jesus von Nazareth erinnern. Gerade bei ihm frage ich mich bis heute, wie er das angestellt hat. Vielleicht lag es an seinem hohen Weinkonsum. Alkohol konserviert und macht praktisch ewig haltbar.«
Er hing kurz seinen Gedanken nach, dann blickte er dem Captain direkt in die Augen. »Aber ich schweife ab. Kommen wir nun zu dir, Scott Schimpanse.«

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 1 – Feierabend

Kapitel 1 – Feierabend

Nach einer langen Schicht auf der Kommandobrücke des Raumschiffs ENTERSCHWEIN, war Captain Ulli Grunz, ein Eber von stattlicher Figur, zurück in seiner Kabine.
Mit einem Seufzer ließ er sich in den Sessel fallen, der sich sofort den Konturen seines Körpers anpasste. Gemütlicher konnte ein Feierabend nicht sein.
»Jetzt einen großen Pott schwarzen Kaffee.«
Er sah zum Tisch. »Computer: Ich brauche Kaffee, einen richtigen Kaffee, der so schwarz ist, wie der Leerraum zwischen den Sternen.«
Kleine Lichtpunkte erschienen über der Tischplatte und formierten sich zu einer große Tasse entstanden war, aus der es wohlig duftete. Ulli Grunz wollte gerade zugreifen, als ihn jemand ansprach.
»Guten Abend, Captain.«
Ullis Blick fuhr erschrocken auf. Er sollte hier allein sein. Vor ihm stand eine große Gestalt, die ihn einen schwarzen Umhang mit Kapuze gehüllt war.
»Nein, nein, nein. Ich bin noch nicht bereit zu gehen.«
Der Tod lachte nur und streckte die knochige Hand nach dem Captain aus.

(c) 2024, Marco Wittler

239. Der Vampir

Der Vampir

„Ich präsentiere den gefährlichsten Räuber der Welt.“, schallte es durch die dunkle Halle.
„Gleich seht ihr das Wesen, das von Jeder fürchtet wie das Weihwasser vom Teufel.“
Die Scheinwerfer richteten sich auf einen zentralen Punkt aus.
„Es ist der Vampir!“
Der Vorhang fiel. Lange Zähne blitzten im Licht auf.
„Ist gut jetzt, Freddie. Nimm die falschen Zähne aus dem Mund und häng dich zu den anderen an die Decke. Jetzt ist Winterschlaf.“
Freddie Fledermaus seufzte. Er wollte nicht chlafen.“

(c) 2023, Marco Wittler

213. Alpakas

Alpakas

„Endlich Da vorn liegt eine Alpakaherde ganz eng aneinander gekuschelt.“ Katha griff zum Handy. Diesen Augenblick musste sie unbedingt festhalten. Der Flug nach Südamerika hatte sich jetzt schon gelohnt.
„Ob den Tieren wohl kalt ist und sie sich gegenseitig aufwärmen?“
Katha ging näher und hörte plötzlich mehrere der Tiere flüstern. „O.M.G. Wie kann man nur so ein weiches Fell haben. Ich werde nie wieder aufhören, mit euch zu kuscheln. Wir Alpakas sind die Besten.“

(c) 2023, Marco Wittler

211. Im Sturm

Im Sturm

Ein Sturm tobte über dem Meer und peitschte die Wellen auf.
Ein Boot war noch draußen und nun den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert.
„Der Orkan wird immer stärker. Wir halten das nicht mehr lange durch. Wir werden es nicht mehr nach Hause schaffen.“
Da sprang ein Hund ins Wasser, schnappte sich das Boot und brachte es aufs Trockene.
„Fido!“, beschwerte sich Mia. „Du darfst nicht mit in die Badewanne. Du störst mich beim Unwetter spielen.“

(c) 2023, Marco Wittler

209. Müll

Müll

„Können diese verdammten Menschen ihren Müll nicht wieder mitnehmen oder gleich Zuhause lassen? Der hat in unserer Savanne nichts zu suchen.“
Das Erdmännchen hob Plastiktüten und Getränkedosen auf, stopfte sie in einen großen Beutel.
„Wäre ich nicht so klein, würde ich die Menschen schneller entdecken und Umweltschützer werden.“
„Ich helfe dir dabei.“ Der Kopf einer Giraffe senkte sich herab. „Komm, ich trage dich hoch.“
Von da an schimpften die Beiden mit jedem Touristen, der Müll fallen ließ.

(c) 2023, Marco Wittler

206. Korallenriff

Korallenriff

„Wir nähern uns dem Korallenriff.“ Der Captain war vor die Reisegäste getreten. Gleich beginnen wir mit dem Tauchgang. Es dürfen Fotos gemacht werden. Bitte denken sie aber daran, die hier lebenden Tiere nicht mehr als nötig zu stören. Die Tiere sind nicht an menschliche Besucher gewöhnt.“
In diesem moment erhob sich eine mächtige Wasserschildkröte aus dem Wasser. „Hier bin ich. Bitte fotografiert mich. Und wenn ihr noch ein Model mit dem gewissen Etwas sucht, kann ich euch meine Setcard geben.“

(c) 2023, Marco Wittler

204. Schaukel

Schaukel

Nach dem schweren Sturm, riss am Abend die Wolkendecke auf. Es kamen nicht nur die Sterne aus ihren Verstecken, sondern auch ein kleiner Waschbär, der traurig auf die alte Eiche blickte, die nun zerborsten am Boden lag.
„Wo soll ich denn nun meine Schaukel aufhängen? Das war doch immer mein Lieblingsplatz.“
In diesem Moment ging der Mond auf. Er hörte von der Katastrophe und hatte sofort eine Idee. Er zog seinen Bauch ein und zeigte auf seine Sichel.
„An mir ist immer Platz für eine Schaukel.“

(c) 2023, Marco Wittler

203. Überfall

Überfall

Willi der Cowboywurm lag in seiner Hängematte und genoss die Mittagsstille. Den Hut hatte er sich wegen der Sonne tief ins Gesicht gezogen.
Plötzlich war da Lärm. Frauen und Kinder schrien, Männer brüllten, es wurde geschossen.
„Ein Banküberfall.“ Willi musste eingreifen. Er musste seine Mitbürger beschützen. Er wollte aufstehen, seinen Colt ziehen und …
„Mist! Ich bin ein Wurm. Ich kann nichts machen. Mir fehlen Arme und Beine.“
Zur Untätigkeit verdammt, blieb er in der Hängematte liegen.

(c) 2023, Marco Wittler

202. Gedicht

Gedicht

Die kleine Schnecke saß auf ihrem Lieblingsfliegenpilz und schrieb an einem langen, wunderschönen Gedicht. Jedes Wort brachte sie mit einer kleinen Wachtelfeder einzeln auf ein altes, vergilbtes Stück Papier, das ein Wanderer verloren hatte.
Mit der Zeit verging der Tag und es wurde langsam dunkel.
„Super. Wie soll ich in der Nacht mein Gedicht vollenden? Ich kann nichts mehr sehen.“
Da öffnete eine nahe Sonnenblume ihre Blütenblätter und schenkte der Schnecke für eine Weile etwas Licht.

(c) 2023, Marco Wittler