Kindergeschichten
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179. Ananas
Ananas
Die Ananas stand vor dem Spiegel und war stolz auf sich. Mit viel Geduld und Gel hatte sie sich den neuesten Frisurentrend auf den Kopf gezaubert. Jetzt musste alles nur noch trocknen.
Da öffnete sich die Tür des Badezimmers. Mit einem lauten Buh kam die Wassermelone hereingerollt.
Die Ananas erschrak, schrie und blickte anschließend entsetzt in den Spiegel. Ihre grünen Blätter, die vor ein paar Sekunden glatt herabhingen, standen nun in die Höhe. In diesem Moment wurde das Gel fest.
(c) 2023, Marco Wittler
174. Flamingo
Flamingo
Im See wurde es still. Wo normalerweise laut geschnattert wurde, hielten die Vögel ihren Schnabel und blieckten verwirrt in die Mitte ihrer großen Gruppe.
Zwischen den unzähligen pinken Flamingos stand ein Exemplar, dessen Gefieder knallig grün gefärbt war.
„Was?“, fuhr er seine Artgenossen an. „Habt ihr etwa ein Problem damit, dass ich gerne Brokkoli esse? Der schmeckt mir eben besser als diese kleinen Krebse.“
Er drehte sich um, stopfte sich erneut Gemüse in den Schnabel und stolzierte davon.
(c) 2023, Marco Wittler
173. Ring
Ring
Er kniete vor ihr, ein kleines Kästchen hinter dem Rücken hervor und blickte ihr tief in die Augen.
„Willst du mich heiraten?“
Sie musste nichts sagen. Ihr Blick sprach Bände, als er ihr den Zwiebelring auf den Finger schob. Er schloss die Augen, genoss den Augenblick und wartete gespannt auf die Antwort.
„Iff will.“, sagte sie mit vollem Mund.
Montgomery Maus sah auf und grinste. Sein geliebtes Mäuschen hatte den Ring begeistert verspeist.
(c) 2023, Marco Wittler
170. Theobar Storm schreibt am Staussee
Theobär Storm schreibt am Stausee
„Ein Ausflug zum Stausee, das wäre eine feine Sache.“
Autorenteddy Theobär Storm wollte eine Geschichte über einen Tag am Badestrand schreiben. „Das kann nur mega lustig werden. Mit Wasserrutsche, Sand zwischen den Zehen und Freibadpommes.“
Er dachte nach. „Hm. Ich habe aber gar keine Zehen und Geld für die Pommes fehlt mir auch. Ich glaube, ich mache lieber meinen eigenen Stausee.“
Dann setzte er sich neben den Trinkbrunnen des Katers und plantschte vergnügt im Wasser.
(c) 2023, Marco Wittler
169. Theobär Storm recherchiert im Dschungel
Theobär Storm recherchiert im Dschungel
Autorenteddy Theobär Storm saß auf dem Sofa. Abenteuer im Dschungel las er gern. Ob ihm auch ein Bestseller wie Tarzan gut von der Hand gehen würde?
„Ich muss unbedingt in den Urwald reisen und für meine Geschichte recherchieren.“
Doch dann verzog er gequält das Gesicht. In seinem Reisekoffer saß noch immer der Kater und wollte seinen Schlafplatz nicht räumen.
Theobär zuckte mit den Schultern und versteckte sich hinter den großen, grünen Sofakissen.
„Fast so gut, wie ein echter Dschungel.“
(c) 2023, Marco Wittler
161. Dino greift nach den Sternen
Dino greift nach den Sternen
Dino, ein kleiner Compsognathus von nicht einmal einem Meter Körperlänge konnte den Blick vom Nachthimmel nicht abwenden. „Ich möchte zu den Sternen fliegen und das Weltall erkunden. Dafür brauche ich aber eine Rakete. Leider habe ich keine Ahnung von Technik.“
Danny, seine große Langhalsdinosaurierfreundin lächelte. „Na los, kletter auf meinen Kopf. Ich werde dir helfen.“
Behutsam hob sie Dino so hoch, dass er mit den Händen nach den Sternen greifen und sie ganz aus der Nähe betrachten konnte.
(c) 2023, Marco Wittler
158. Laufen
Laufen
„Ey, Paul. Hat dir dein Arzt nicht mehr Sport und Bewegung verschrieben? Aber du hängst immer noch an deinem Ast.“
Faultier Paul gähnte laut, lange und nickte.
„Dann komm runter. Mach was für deine Gesundheit. Wer viel läuft, bekommt auch was von der Welt zu sehen.“
Nun lachte das Faultier und zeigte langsam auf den Boden unter sich. „Dafür ist schon gesorgt. Ich habe ein Laufband gekauft und darauf eine Landkarte gemalt. Jetzt sehe ich die ganze Zeit neue Gegenden, ohne mich bewegen zu müssen.“
(c) 2023, Marco Wittler
157. Nervenkitzel
Nervenkitzel
„Jetzt einsteigen. Jetzt einsteigen.“ Der Betreiber des niegelnagelneuen Überschlagkarussells, ein richtig dicker Brummer, versprach krassesten Nervenkitzel bei höchsten Geschwindigkeiten.
Drei kleine Fliegen blickten sich begeistert an, nickten sich zu und nahmen auf dem Jo-Jo Platz.
„Nächste Runde Rückwärts. Festhalten. Es geht loooooos!“
Ohne auf die kleinen Insekten zu achten, ließ das Kind das Jo-Jo nach unten und wieder nach oben sausen und hatte fast so viel Spaß wie die Fliegen.
(c) 2023, Marco Wittler
155. Der Traum vom Fliegen
Der Traum vom Fliegen
„Gleich ist es so weit. Der Moment, auf den ich so lange hingefiebert habe, steht kurz bevor. Ich werde der Welt beweisen, dass wir auch ohne Flügel fliegen können.“
Anton ging einen Schritt auf die Kante zu, war bereit, sich in die Tiefe fallen zu lassen.
Er blickte konzentriert auf die Kinderhände unter sich. In diesem Moment beendeten sie ihre Arbeit am Papierflieger. Das Fenster wurde geöffnet. Anton Ameise sprang und wurde vom Menschen unbemerkt auf die abenteuerliche Reise geschickt.
(c) 2023, Marco Wittler
150. Hitze
Hitze
Der letzte Regen war schon wieder eine ganze Weile her, dennoch besaß die große Rose zwischen ihren Blütenblättern noch eine Wassertropfen, mit denen sie sich in der trockenen Zeit versorgen konnte.
„Puh, es ist so heiß und ich verdurste bald. Wenn es doch nur regnen würde.“
Ein Gänseblümchen wischte sich den Schweiß fort. Es war ihm anzusehen, dass es bald vertrocknen würde.
Die Rose seufzte und neigte ihre Blüte. Nun spendete sie Schatten und ließ einige Wassertropfen auf das Blümchen fallen.
(c) 2023, Marco Wittler