Tiere
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072. Elefantenohren
Elefantenohren
„Irgendwas ist seltsam mit Erich. Schaut ihn euch doch mal an. Er hält schon seit einer ganzen Weile seine Ohren so seltsam.“
Tiger Tom ging näher und begann plötzlich zu grinsen.
„Hast du auch noch einen Platz für mich frei?“
Unter den Ohren hatte er kleine Vögel, Affen und andere Tiere entdeckt, die vor dem strömenden Regen Schutz gesucht hatten.
„Klar. Setz dich unter meinen Bauch. Da ist genug Platz für einen großen Tiger.“
(c) 2023, Marco Wittler
070. Nachtarbeit
Nachtarbeit
Der Autor saß über seiner Schreibmaschine und suchte nach den richtigen Worten für sein Buch. Stunde um Stunde hatte er damit verbracht, bis es Nacht geworden war.
Plötzlich wurde es dunkel.
„Wie soll ich denn jetzt arbeiten? Ich brauche Licht.“
Er klopfte mit dem Finger gegen die Lampe und bekam sofort Antwort.
„Wir streiken. Wir wollen in Zukunft alle Überstunden und einen Nachtzuschlag, ansonsten wird dein Buch niemals fertig.“
Der Autor seufzte. Sie hatten ihn in der Hand.
(c) 2023, Marco Wittler
068. Ameisen
Ameisen
„Ich hasse es, eine Ameise zu sein. Wie sollen wir überhaupt in den Bus einsteigen? Das schaffen wir nie.“
Papa Ameise grinste. „Anton, lass das meine Sorge sein. Ich habe einen Plan.“
Sie erreichten gerade rechtzeitig ihr Ziel. Papa Ameise kletterte auf den Schuh eines Menschen. Anton folgte ihm. Sekunden später wurden sie unbemerkt in das Fahrzeug getragen.
„Ich habe noch nie ein Ticket kaufen müssen. Klein sein hat auch Vorteile.“
(c) 2023, Marco Wittler
067. Anglerfisch
Anglerfisch
„Hab dich nicht so.“ Achim bettelte seit einer halben Stunde, doch sein Freund Walter schüttelte unentwegt den Kopf.
„Und wenn du mir einen Goldschatz anbietest, ich werde dir nicht helfen.“
„Was ist schon dabei? Wir gehen doch nur angeln. Was soll da schon großartig passieren?“
Regenwurm Walter richtete sich auf und zeigte auf seinen Körper. „Hallo! Ich bin ein Wurm. Sobald ein Fisch anbeißt, bin ich futsch.“
Anglerfisch Achim grinste. „Ich schneide dich wieder raus. Versprochen.“
(c) 2023, Marco Wittler
065. Brieftauben
Brieftauben
Der Inspektor wischte sich den Schweiß von der Stirn. Nur noch die Tür öffnen. Mit ganz viel Glück würde er den Fall dann lösen können.
Er zog die Waffe und stürmte in den Raum.
„Alles fallen lassen! Das Gebäude ist umstellt. Hier kommt niemand mehr raus.“
Der Taubenschwarm erschrak. Nun waren sie doch noch aufgeflogen. Der jahrelange Diebstahl von Briefen war ihnen am Ende doch noch zum Verhängnis geworden.
Sie gingen als Brieftauben-Gang in die Kriminalgeschichte ein.
(c) 2023, Marco Wittler
062. Marienkäfer
Marienkäfer
„Papa, lass das sein!“ Emily sah ihn mit strengem Blick an. „Leg die Zeitung weg. Du darfst dem Marienkäfer nichts tun. Wir fangen ihn vorsichtig ein und lassen ihn draußen wieder frei.“
Papa seufzte, während er die Zeitung gegen einen Becher tauschte. Er warf einen Blick auf das Fenster. Dort saßen noch mehrere Dutzend Käfer, die sich vor ein paar Minuten ins Haus verirrt haben.
„Dann hilfst du mir aber.“ Emily warf die Arme in die Luft und begann zu jubeln.
(c) 2023, Marco Wittler
061. Diebstahl
Diebstahl
Aus dem Schatten näherte sich eine schwarze Pfote dem geöffneten Kühlschrank. Kurz bevor er den Käse erreichte, wurde sie entdeckt.
„Kater Plusch! Du sollst nicht klauen.“
Unter lautem Protest zog der Kater die Pfote vom Kühlschrank zurück. Leise begann er zu kichern, denn zeitgleich hatte er sich aus dem Regal darunter die Tüte mit den Leckerlis geklaut. Die Menschen waren so leicht zu täuschen. Der Trick funktionierte immer wieder.
(c) 2023, Marco Wittler
060. Schlammgrube
Schlammgrube
Wehmütig blickte Schweinchen Paul auf den Hof zurück. Auf die Urlaubsfahrt hatte er sich seit Monaten gefreut, doch nun musste er seine geliebte Schlammgrube zurücklassen.
Er wischte sich eine Träne aus dem Gesicht, drehte sich um und betrat den Nachbarhof.
„Moin Kalle.“, begrüßte er seinen grunzenden Kumpel und hüpfte in den dessen Grube. „Ist fast so gemütlich wie Zuhause. Wenigstens kann ich meinen Lieblingsplatz von hier aus im Auge behalten. Dann kann sich niemand daran vergreifen.“
(c) 2023, Marco Wittler
058. Lawine
Lawine
„Achtung Lawine!“
Die Leute um mich sprangen in alle Richtungen davon, um sich Schutz zu suchen, während ich die Gefahr noch nicht in Gänze verstanden hatte.
Ich blickte zum Berg, sah die große, weiße Kugel auf mich zu rollen. Für eine Flucht war es zu spät. Sie würde mich erwischen.
Ich schloss die Augen. Doch dann geschah … nichts.
„Moin!“
Ich öffnete die Augen wieder und sah, wie sich die Kugel entrollte und mich ein grinsender Eisbär anblickte. „Macht Spaß. Musst du auch mal probieren.“
(c) 2023, Marco Wittler
055. Seepferdchen
Seepferdchen
Auf dem Dressurplatz machte sich der nächste Reiter bereit. Jetzt galt es, um die heiß begehrte Goldmedaille zu kämpfen.
Das Startsignal ertönte, das Pferd setzte sich in Bewegung. Doch noch vor dem ersten Hindernis bockte es, warf seinen Reiter ab und verließ das Stadion. Nur wenige Meter davon entfernt sprang es in einen See und schwamm davon.
„Ich hab die Nase voll, ständig jemand auf mir durch die Gegend zu tragen. Ich schule um auf Seepferdchen. Das habt ihr jetzt davon.“
(c) 2023, Marco Wittler