Märchen

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343. Inkognito

„Leute, schaut mal, ein Delfin.“ Sofort war das Tier von unzähligen Strandtouristen umringt. „Verdammt! Der Verkäufer hat mir extra versprochen, in dieser Verkleidung Ruhe vor den Menschen zu haben.“ Wütend riss sich der Hai die falsche Nase herab und schwamm davon.

(c) 2020, Marco Wittler

342. Blitz und Donner

Lea vermisste Oma, die vor ein paar Tagen gestorben war. „Und jetzt muss es auch noch gewittern. Blöde Woche.“ Lea hatte Angst vor Blitz und Donner und kroch in ihre Kuschelecke. „Du musst keine Angst haben.“, sagte Mama. „Bei jedem Blitz macht Oma ein Erinnerungsfoto von dir.“

(c) 2020, Marco Wittler

341. Konzert

Mia hatte ihren letzten Song gespielt. Sie legte die Ukulele zur Seite, verbeugte sich und genoss den Applaus. Ein tolles Gefühl, in der Corona Zeit vor Publikum auftreten zur dürfen. Kinderzimmerkonzerte vor den versammelten Kuscheltieren, war eine geniale Idee gewesen.

(c) 2020, Marco Wittler

340. Gartenpavillon

Steffi saß wieder im Gartenpavillon. Das war ihr Lieblingsplatz, denn dort war sie nie allein, obwohl sie immer allein war. Denn an diesem Platz passte jemand auf sie auf. Grinsend drehte sie sich zum Wald, zwinkerte dem Waldkobold zu, der ihr ebenfalls grinsend zurück zwinkerte.

(c) 2020, Marco Wittler

339. Sonnenuntergang

Sie saßen auf einer Bank am Meer und warteten auf den romantischen Sonnenuntergang und den aufgehenden Mond. Doch es geschah nicht. Sie bewegten sich nicht weiter. „Sonne, was ist los?“, zischte der Mond. „Ich warte, dass die Menschen weiter gehen. Das ist so romantisch.“

(c) 2020, Marco Wittler

338. Flippers Flucht

Flipper wollte raus aus dem Showbecken, zurück ins Meer. Er flüchtete durch das Loch am Beckenboden, schwamm durch endlos lange Röhren, bis er wieder Licht vor sich sah. Endlich frei! Er durchstieß die Oberfläche. Verdammt! Ein Springbrunnen.

(c) 2020, Marco Wittler

337. Katzenbett

Paula kam spät abends hundemüde von der Arbeit. Verdammte Überstunden. Sie wollte nur noch ins Bett. Sie schaltete das Licht im Schlafzimmer an, entdeckte ihre drei Katzen, die quer auf der Decke lagen. Paula seufzte, schaltete das Licht wieder ab. „Noch eine Nacht auf dem Sofa.“

(c) 2020, Marco Wittler

336. STOPP

Anna und Sofie spielten auf der Blumenwiese Fangen. Plötzlich richtete sich ein Stoppschild aus dem Gras auf. Die Mädchen sahen neugierig hinab. Vor ihnen saßen ein paar Bienen, die gerade Mittagspause machten. Das Schild hatte ihnen das Leben gerettet.

(c) 2020, Marco Wittler

335. Die Kuh

Mit ihrer Zunge zupfte die Kuh ein Büschel Gras ab, beförderte es ins Maul und verzog angewidert das Gesicht. „Bäh, wie eklig, was ist das denn?“ Sie spuckte das Gras aus und entdeckte eine schleimige Schnecke. „Selbst schuld, wenn du nicht hinguckst.“, schimpfte die Schnecke.

(c) 2020, Marco Wittler

334. Blitz

Ein Blitz erhellte die Nacht und offenbarte den Schrecken, der sich unaufhaltsam näherte. Das Opfer hatte in diesem Moment seinem Mörder in die Augen geblickt. Es konnte nicht entkommen. Das wusste auch die Spinne, die sich die Fliege aus dem Netz holte und verspeiste.

(c) 2020, Marco Wittler