Gespenster

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548. Fridolin vom Flüsterstein flüstert

TRIGGER WARNUNG / CONTENT NOTE:
Bitte lies meine Geschichten einmal selbst, bevor du sie deinen Kindern vorliest. Sie sind zu Halloween etwas gruseliger, auch wenn sie lustig enden. Bitte bewerte vorher, ob dein Kind die Geschichten bereits versteht, damit umgehen kann und sich nicht zu sehr gruselt.

Fridolin vom Flüsterstein flüstert

Fridolin vom Flüsterstein geisterte durch das Schloss. Er durchdrang Wände und jagte den Menschen als Gespenst, das er war, Angst und Schrecken ein.
Er erreichte den Thronsaal, sah den Schlossherrn am Kartentisch mit Freunden sitzen. Fridolin wurde unsichtbar. Er beugte sich zu ihm herab, ging ganz nah an dessen Ohr und …
»Der andere hat nichts auf der Hand. Er blufft. Das ist deine Chance auf den Sieg.«
Der Schlossherr grinste, legte seine Karten offen und nahm alles Geld an sich.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 1 – Feierabend

Kapitel 1 – Feierabend

Nach einer langen Schicht auf der Kommandobrücke des Raumschiffs ENTERSCHWEIN, war Captain Ulli Grunz, ein Eber von stattlicher Figur, zurück in seiner Kabine.
Mit einem Seufzer ließ er sich in den Sessel fallen, der sich sofort den Konturen seines Körpers anpasste. Gemütlicher konnte ein Feierabend nicht sein.
»Jetzt einen großen Pott schwarzen Kaffee.«
Er sah zum Tisch. »Computer: Ich brauche Kaffee, einen richtigen Kaffee, der so schwarz ist, wie der Leerraum zwischen den Sternen.«
Kleine Lichtpunkte erschienen über der Tischplatte und formierten sich zu einer große Tasse entstanden war, aus der es wohlig duftete. Ulli Grunz wollte gerade zugreifen, als ihn jemand ansprach.
»Guten Abend, Captain.«
Ullis Blick fuhr erschrocken auf. Er sollte hier allein sein. Vor ihm stand eine große Gestalt, die ihn einen schwarzen Umhang mit Kapuze gehüllt war.
»Nein, nein, nein. Ich bin noch nicht bereit zu gehen.«
Der Tod lachte nur und streckte die knochige Hand nach dem Captain aus.

(c) 2024, Marco Wittler

547. Fridolin vom Flüsterstein

TRIGGER WARNUNG / CONTENT NOTE:
Bitte lies meine Geschichten einmal selbst, bevor du sie deinen Kindern vorliest. Sie sind zu Halloween etwas gruseliger, auch wenn sie lustig enden. Bitte bewerte vorher, ob dein Kind die Geschichten bereits versteht, damit umgehen kann und sich nicht zu sehr gruselt.

Fridolin vom Flüsterstein

Fridolin vom Flüsterstein strich ein letztes Mal sein Laken glatt und prüfte den richtigen Sitz der rostigen Kette.
Schritte waren zu hören, der Schlossherr kam. Fridolin sprang aus dem Schrank.
Er rief laut Buh, rasselte mit der Kette und verschwand kichernd in der nächsten Wand. Der Mensch erschrak. Besser hätte der erste Einsatz als Nachtgespenst nicht laufen können.
Der Schlossherr hingegen schmunzelte. Nie hatte hier ein so untalentierter Geist gelebt, aber auch nie ein so liebenswerter.

(c) 2024, Marco Wittler

219. Wilhelm lebt Halloween

Wilhelm lebt Halloween

Wilhelm blickte auf den Kalender. Im Kalender der Geisterschule stand HALLOWEEN.
„Hui. Die Nacht der Nächte.“ Er freute sich schon. Im Lehrbuch für junge Geister hatte er viel dazu gelesen. „Heute werde ich den Menschen das Fürchten lehren.“
Er durchdrang das alte Gemäuer, wollte gerade ein schauriges Boo in die Dunkelheit rufen, als ihn ein teuflisches Lachen erschrak. Wilhelm schrie und floh zurück in die Schule.
„Anfänger!“ Der geschnitzte Kürbis auf der Schultreppe schmunzelte zufrieden.

(c) 2023, Marco Wittler

218. Wilhelms Sommerspuk

Wilhelms Sommerspuk

Wilhelm schlug das dicke Lehrbuch der Geisterschule auf und las sich die nächste Lektion durch: ‚Wie man als Geist durch den Sommer kommt.‘
„Wie? Die Nacht ist im Sommer so kurz, dass nur wenig Zeit zum spuken bleibt? Dann muss ich sehr ausgeruht sein, um mein Pensum zu schaffen.“
Er legte sich auf seine Luftmatratze im Pool und verschlief die Nacht.
„Egal.“ Wilhelm grinste. „Zu viel Stress ist ungesund. Ich kann auch im Herbst die Nacht bespuken.“
Er griff zum Cocktail und seufzte wohlig.

(c) 2023, Marco Wittler

217. Wilhelm trifft ins Ziel

Wilhelm trifft ins Ziel

Wilhelm war sicher, die heutige Lektion des englischen Lehrbuchs der Geisterschule verstanden zu haben. Im Frühling brauchte es besondere Ausrüstung, um Menschen zu erschrecken.
Er schwebte in die Waffenkammer, griff nach Pfeil und Bogen.
Kaum sah er einen Menschen, schoss er mit seinem Bogen einen Pfeil und traf. Augenblicklich verliebte sich dieser in einen anderen.
Wilhelm seufzte. „Im Buch stand ‚weapons and armor‘, nicht ‚Amor‘. Hatte er glatt den Liebsgott mit einer Rüstung verwechselt.

(c) 2023, Marco Wittler

216. Wilhelm ist der Vielfach-Schreck

Wilhelm ist der Vielfach-Schreck

Wilhelm schlug das Lehrbuch der Geisterschule zu. Den Winter zum spuken und erschrecken der Menschen benutzen, war sowas von einfach. Er stellte sich bereits vor, wie er sich in jeder Schneeflocke spiegelte und tausendfach Schrecken verbreitete.
Wilhelm verließ das Gebäude, sah sich um. „Oh nein. Wie schön ist das hier draußen. Ich liebe den Winter.“
Er tanzte, fing Schneeflocken mit der Zunge und schnappte sich einen Schlitten, um damit ins Tal zu rodeln.

(c) 2023, Marco Wittler

215. Wilhelm macht Gewitter

Wilhelm macht Gewitter

‚Lektion 3: Erzeuge ein kräftiges Gewitter und erschrecke die Menschen damit.‘
Nichts leichter als das. Wilhelm schlug das Buch der Geisterschule zu und blickte aus dem Fenster zu den Wolken hinauf. „Das ist aber ganz schön hoch. Das wird nichts mit meiner Höhenangst. Ich brauche eine Alternative.“
Er sah sich um. Sein Blick fiel auf den Lichtschalter. „Das ist besser.“ er drückte drauf. An. Aus. An. Aus. Wilhelm grinste. Er begann zu singen und zu tanzen.
„I like to move it move it.“

(c) 2023, Marco Wittler

214. Wilhelm erstarrt

Wilhelm erstarrt

Wilhelm schlug das Buch der Geisterschule zu. ‚Wie man jemanden erstarren lässt.‘ Nichts einfacher, als das.
Er grinste, durchdrang die Wand seines Zimmers und baute sich vor sich dem erstbesten Menschen auf, der ihm begegnete. „Booooh!“
Doch statt zu erstarren, begann der Mensch zu lachen und ging dann weiter.
Wilhelm kratzte sich am Kopf. Was hatte er nur falsch gemacht?
Und schon war er selbst erstarrt. Ohne es zu merken, war er im Nachbargebäude in einem Tiefkühlschrank mit Glastür gelandet.

(c) 2023, Marco Wittler

210. Wilhelm kann sich nicht entscheiden

Wilhelm kann sich nicht entscheiden

Wilhelm kratzte sich am Kopf. Na gut, er versuchte es nur, denn die Hand durchdrang ihn einfach, denn Willy war ein Geist.
Noch einmal blickte er in das Lehrbuch aus der Zauberschule. Dort stand: Such dir eine alte Burg und schwebe durch ihren Eingang.
„Mist.“ Er blickte auf die drei Tür vor sich. „Da steht was von EIN GANG, und nicht dreien. Welche muss ich denn jetzt nehmen? Sind wir hier bei Geh aufs Ganze, oder was?“
Enttäuscht kehrte er in den Klassenraum zurück. Das war nicht seine Nacht.

(c) 2023, Marco Wittler