Erzähler

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551. Den Tod zu Gast

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Bitte lies meine Geschichten einmal selbst, bevor du sie deinen Kindern vorliest. Sie sind zu Halloween etwas gruseliger, auch wenn sie lustig enden. Bitte bewerte vorher, ob dein Kind die Geschichten bereits versteht, damit umgehen kann und sich nicht zu sehr gruselt.

Den Tod zu Gast

Der alte Leuchtturmwärter trat durch die schwere Eisentür. Es war kurz nach Sonnenuntergang, Zeit für das Leuchtfeuer.
Noch bevor er den ersten Fuß auf die Treppe setzen konnte, polterte es in der Turmspitze. Schnell spurtete der Alte nach oben.
»Was geht hier vor?«
Sein Mitbewohner, der Zombie Paul, zuckte erschrocken zusammen und verlor seinen Kopf, während er den Schädel eines Skeletts in der Hand hielt.
»Waren wir zu laut? Ich spiele mit dem Sensenmann Bowling.«

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 4 – Du hast noch viel zu lernen

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Kapitel 4 – Du hast noch viel zu lernen

Kurz war in Ulli Grunz Hoffnung aufgeflammt. Offensichtlich hatte der Tod seinen nächsten Kunden an Bord des Raumschiffs ENTERSCHWEIN in Empfang nehmen sollen. Leider war er einen Schritt zu langsam gewesen.
Der Tod drehte sich wieder um. »Du!« Er stürmte auf den Captain zu. »Du hast mich abgelenkt. Jetzt ist er mir entwischt. Dafür wirst du in der Hölle schmoren. Das …« Er holte noch einmal seine Liste hervor. »Das wirst du mir büßen, Ulli Grunz.«
Ein Lachen kroch aus seiner Kehle, das selbst den Teufel in Angst und Schrecken versetzt hätte. Er griff nach Ullis Arm. Einen Augenblick später verschwanden sie aus der Kabine und fanden sich in einem kühlen, weißen Flur wieder.
»Wo sind wir hier?« Ulli blickte sich zitternd um.
»Das ist die Volkshochschule Schweinfurt. Hier hast du vergeblich versucht, dein Abitur nachzuholen.«
Der Captain riss panisch die Augen. »Nein. Nein! NEIN! Alles nur das nicht.«
»Willkommen in deiner Ewigkeit, Ulli Grunz.«

(c) 2024, Marco Wittler

550. Panik auf dem Meer

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Panik auf dem Meer

Der alte Leuchtturmwärter stieg zum Deich hinauf. Auf dem Weg zum Turm fiel ihm etwas auf.
»Was zur Hölle …?«
Die Schiffe am Horizont fuhren nicht zum Hafen, sondern machten schnell kehrt.
Der Leuchtturmwärter öffnete die schwere Eisentür, stürmte über die Treppe nach oben und riss die Tür zum Leuchtfeuer auf.
»Was ist hier los?«
Der Zombie am Fenster erschrak und verlor seinen Kopf.
»Ähm … Halloweenstreich.« Er zeigte auf das Monstergesicht, das er auf die Lampe gemalt hatte.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 3 – Ungebetener Besuch

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Ungebetener Besuch

»Hä? Was?«
Captain Ulli Grunz zog die Stirn in Falten. »Ich bin nicht Scott Schimpanse.« Er straffte sich, zog sich seine Uniform wieder glatt. »Kann es sein, dass du gerade einen fatalen Fehler machst und mich verwechselst?« Vorsichtig streifte er die knöchernen Hände des Tods von seinen Schultern ab.
In der Kapuze des schwarzen Umhangs kam ein nackter Knochenschädel zum Vorschein.
»Kann nicht sein. Ich gehe ganz sorgfältig nach meiner Liste vor.«
Der Tod kramte einen Zettel aus seiner Tasche. »Hier, schau selbst. Captain Scott Schimpanse und Morgen ist dann Ulli Grunz an der Reihe.«
»Ich bin aber nicht dieser komische Affe, ich bin Ull …« Der Captain hielt inne. Fast hätte er sich verraten.
Ein Licht tauchte hinter den Beiden auf. Jemand beamte sich in den Raum. Ein Schimpanse im Raumanzug erschien.
Der Tod fuhr herum. »Du!« Er hatte seinen Fehler erkannt und sprang Scott Schimpanse entgegen, der panisch auf eine Fernbedienung drückte und wieder verschwand.

(c) 2024, Marco Wittler

549. Die Leiche im alten Leuchtturm

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Die Leiche im alten Leuchtturm

Der alte Leuchtturmwärter öffnete die schwere Stahltür und trat ein. Ein bestialischer Geruch stieg in seine Nase.
»Himmel, was ist das?«
Er stieg nach oben. Der Gestank wurde schlimmer. Nach kurzem Zögern betrat er die Kammer mit dem Leuchtfeuer. Am Boden lag ein toter, vermoderter Körper, der Kopf ein Stück abseits.
»Ist dir was passiert, Paul?«
Der Zombie am Boden schluchzte. »Bin gestolpert und habe den Kopf verloren.«
Der Leuchtturmwärter seufzte. Sein Mitbewohner war so ein Tollpatsch.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 2 – Überlebende

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Kapitel 2 – Überlebende

Captain Ulli Grunz sprang aus seinem Sessel, umrundete ihn und kauerte sich auf den Boden. Vielleicht, so hoffte er, hatte der Tod ein besonders schlechtes Kurzzeitgedächtnis und würde sich nun wundern, wo der Eber geblieben war. Doch da packten die knochigen Hände bereits zu und zogen ihn unbarmherzig nach oben.
»Es ist zu spät, vor mir zu flüchten. Niemand ist dem Tod jemals von der Schippe gesprungen.«
Der Tod hielt inne, dachte kurz nach und lächelte schief, während Ulli bereits eine Hand hob, um Einspruch zu erheben. »Ja, ich weiß. Ich übertreibe gerade und kann mich noch sehr gut an diverse Vampire, Zombies und diesen ominösen Jesus von Nazareth erinnern. Gerade bei ihm frage ich mich bis heute, wie er das angestellt hat. Vielleicht lag es an seinem hohen Weinkonsum. Alkohol konserviert und macht praktisch ewig haltbar.«
Er hing kurz seinen Gedanken nach, dann blickte er dem Captain direkt in die Augen. »Aber ich schweife ab. Kommen wir nun zu dir, Scott Schimpanse.«

(c) 2024, Marco Wittler

548. Fridolin vom Flüsterstein flüstert

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Fridolin vom Flüsterstein flüstert

Fridolin vom Flüsterstein geisterte durch das Schloss. Er durchdrang Wände und jagte den Menschen als Gespenst, das er war, Angst und Schrecken ein.
Er erreichte den Thronsaal, sah den Schlossherrn am Kartentisch mit Freunden sitzen. Fridolin wurde unsichtbar. Er beugte sich zu ihm herab, ging ganz nah an dessen Ohr und …
»Der andere hat nichts auf der Hand. Er blufft. Das ist deine Chance auf den Sieg.«
Der Schlossherr grinste, legte seine Karten offen und nahm alles Geld an sich.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 1 – Feierabend

Kapitel 1 – Feierabend

Nach einer langen Schicht auf der Kommandobrücke des Raumschiffs ENTERSCHWEIN, war Captain Ulli Grunz, ein Eber von stattlicher Figur, zurück in seiner Kabine.
Mit einem Seufzer ließ er sich in den Sessel fallen, der sich sofort den Konturen seines Körpers anpasste. Gemütlicher konnte ein Feierabend nicht sein.
»Jetzt einen großen Pott schwarzen Kaffee.«
Er sah zum Tisch. »Computer: Ich brauche Kaffee, einen richtigen Kaffee, der so schwarz ist, wie der Leerraum zwischen den Sternen.«
Kleine Lichtpunkte erschienen über der Tischplatte und formierten sich zu einer große Tasse entstanden war, aus der es wohlig duftete. Ulli Grunz wollte gerade zugreifen, als ihn jemand ansprach.
»Guten Abend, Captain.«
Ullis Blick fuhr erschrocken auf. Er sollte hier allein sein. Vor ihm stand eine große Gestalt, die ihn einen schwarzen Umhang mit Kapuze gehüllt war.
»Nein, nein, nein. Ich bin noch nicht bereit zu gehen.«
Der Tod lachte nur und streckte die knochige Hand nach dem Captain aus.

(c) 2024, Marco Wittler

547. Fridolin vom Flüsterstein

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Fridolin vom Flüsterstein

Fridolin vom Flüsterstein strich ein letztes Mal sein Laken glatt und prüfte den richtigen Sitz der rostigen Kette.
Schritte waren zu hören, der Schlossherr kam. Fridolin sprang aus dem Schrank.
Er rief laut Buh, rasselte mit der Kette und verschwand kichernd in der nächsten Wand. Der Mensch erschrak. Besser hätte der erste Einsatz als Nachtgespenst nicht laufen können.
Der Schlossherr hingegen schmunzelte. Nie hatte hier ein so untalentierter Geist gelebt, aber auch nie ein so liebenswerter.

(c) 2024, Marco Wittler

Erstkontakt

Erstkontakt
»Wir sind da!«
Dr. Fleming standen die Tränen in den Augen, als er seine Entdeckung mit eigenen Augen im Weltraum sah.
»Wir sind endlich da.«
Sie flogen eine Runde um das eindeutig künstliche Objekt. Seine Außenhülle war übersät mit fremdartigen Symbolen.
»Das muss eine Art Schrift sein. Man hat uns eine Nachricht hinterlassen. Ich hoffe nur, dass die neue KI uns bei der Übersetzung helfen wird.«
Zeit verging. Aus Minuten wurden Stunden, aus Stunden Tage. Der Computer rechnete ohne Pause. Nach fast zwei Wochen, Fleming hatte schon nicht mehr daran geglaubt, spuckte das Elektronenhirn etwas aus. Mit zittrigen Fingern klickte der Wissenschaftler auf sein Pad und las die Botschaft einer fremden Zivilisation.
SPERRGEBIET
EINFLUG VERBOTEN
Zu Ihrer eigenen Sicherheit
ist der Einflug in das Solsystem untersagt.
Die hier vorherrschende Spezies stellt eine Gefahr
für die restliche Galaxis dar. Vermeiden sie jeden Kontakt.
Dr. Fleming schluckte schwer. Was hatte das zu bedeuten? Warum wurden andere vor den Menschen gewarnt. Dabei konnte es sich doch nur um einen großen Irrtum handeln.
»Wir sind doch friedlich und freundlich.«
Plötzlich flammte helles Licht auf. Die Astronauten mussten sich die Hände vor die Augen halten, um nicht geblendet zu werden.
»Was ist das? Was passiert dort draußen?«
Es wurde erträglicher. Fleming war der erste, der einen Blick aus einem der Fenster wagte. Eine Art Energiegitter, eine Barriere hatte sich aufgebaut, die sich in alle Richtungen erstreckte. Es knackte in allen Lautsprechern. Eine Stimme erklang und Fleming war sich sofort bewusst, dass sie in diesem Moment aus jedem Gerät auf der Erde zu hören war.
»Menschen der Erde. Wir, die Gemeinschaft der vereinten Galaktiker beobachten euch schon lange und sind dabei zu der Erkenntnis gelangt, dass eure Spezies zu gefährlich ist.
Gnadenlos beutet ihr eure Welt aus, zerstört sie und damit eure eigene Lebensgrundlage.
Was aber viel schwerer wiegt, ist eure ungezügelte Aggression gegen euch selbst. Ohne Unterlass kämpfen Menschen gegen Menschen. Ihr nehmt euch gegenseitig eure Freiheiten und beutet einander aus. Dabei stellen sich die einen über die anderen.
Statt in Gemeinschaft zu leben, jedem die gleichen Rechte zuzugestehen, euch zu unterstützen, verfallt ihr immer wieder in faschistische Systeme und beginnt neue Kriege.
Dieses völlig irrationale Verhalten stellt eine Gefahr für die friedliebenden Völker der Milchstraße dar.
Ihr seit wie ein kleiner, unscheinbarer Virus, der einen sehr viel größeren Körper bedroht und vernichten kann und wird. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, euch von uns fernzuhalten. Wir werden dauerhaft einen Energieschirm um euer System aufrecht erhalten, damit kein einziges Individuum dieses verlassen kann.« Die Nachricht endete.
»Sie haben uns eingesperrt. Sie … sie …«
Fleming fehlten die Worte. Er hatte immer darauf gehofft, eines Tages andere Zivilisationen zu entdecken, mit ihnen Kontakt aufzunehmen und friedlich Seite an Seite zu leben und Wissen auszutauschen.
»Wir sind nicht so.«
Er seufzte schwer.
»Wir sind nicht so.«
Er musste schwer schlucken, Tränen flossen.
»Doch. Wir sind so.«
(c) 2024, Marco Wittler