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020. Ausflug

Ausflug

„Heute machen wir einen Ausflug.“ Paul Pinguin legte Eddy Eichhorn einen Flügel auf die Schulter und grinste. „Einmal im Jahr besuchen wir unsere Verwandtschaft am Südpol.“
Eddy sah sich verwirrt um. Es war kein Flugzeug, kein Zug, kein Auto vor dem Pinguingehege.
„Ich weiß, was du mich fragen willst. Wir fliegen selbst. Pass gut auf.“
Paul stieg in ein großes Fass, das bis zum Rand mit Kaffee gefüllt war. Wenige Augenblicke später düste er wie eine Rakete los und verschwand über den Wolken.

(c) 2023, Marco Wittler

019. Alternativer Antrieb

Alternativer Antrieb

PLOPP!
Ein lautes Geräusch störte die Stille des Alls.
PLOPP PLOPP!
Da war es wieder. Es war dieses Mal noch etwas lauter und schien näher zu kommen.
PLOPP!
Aus den unendlichen Weiten tauchte ein kleineer, silberfarbener Punkt auf, der rasch größer wurde und sich als Raumschiff entpuppte.
„Los!“ Der Captain brüllte die Mannschaft nervös an. „Wir müssen den Mond erreichen, bevor uns der Mais für die Poprcornmaschine ausgeht. Hätten wir doch den Antrieb rechtzeitig durch den TÜV gebracht.“

(c) 2023, Marco Wittler

018. Schaukeln

Schaukeln

In der Nacht öffnete sich im Garten ein Loch. Der kleine Maulwurf war erwacht und kam an die Oberfläche.
„Hä?“ schon wieder dunkel?“ Er warf einen Blick auf seinen Wecker. „Schon wieder stehengeblieben. Ich habe verschlafen. Aber jetzt liegen alle meine Freunde in den Betten. Wer schubst mich denn nun auf der Schaukel an?“
„Past!“ Der Mond, der als Sichel am Himmel hin lächelte und ließ eine Schaukel herab. „Ich mach das schon für dich.“
Der Maulwurf jubelte und setzte sich auf die Schaukel.

(c) 2023, Marco Wittler

017. Milchstraße

Milchstraße

Das Schiff stürzte vom Hyperraum zurück ins angestammte Universum. Auf der Brücke schrillte der Alarm.
„Wir sind vom berechneten Kurs abgekommen.“ Die Finger des Navigators glitten hektisch über die Kontrollen. „Wir befinden uns am Rand der Milchstraße. Das geht nicht gut aus.“
„Wenn ihr nicht endlich aufhört, mit dem Frühstück zu spielen, nimmt das auch kein gutes Ende.“ Mama schimpfte mit Papa, der den Löffel langsam in den Brei tunkte. „Jeden Morgen dieses Spiel, wenn du das Kind fütterst.“

(c) 2023, Marco Wittler

016. Seebär

Seebär

Der alte Seebär dachte an die letzten Stunden zurück. Die Meuterer hatten ihn, den Kapitän mit einer alten Badewanne auf dem Meer ausgesetzt und fühlten sich nun vor ihm sicher.
„Euch werde ich schon lehren, was es bedeutet, mich zu hintergehen. Ich hole mir Hilfe und hole mir mein Schiff zurück.“
Er beugte sich zum Wasser, blies kräftig in seine Tabakspfeife und nahm Fahrt auf. Kurz darauf überholte er die Meuterer und erreichte als Erster den Hafen.

(c) 2023, Marco Wittler

015. Schlagloch

Schlagloch

Rumms!
Unter dem Vorderreifen brach der Vorderreifen in den Asphalt ein. Es hatte sich ein Schlagloch gebildet.
„Das darf doch nicht wahr sein.“
Nur mit Mühe bekam Hubert den Wagen ein Stück weiter gefahren. Wütend stieg er aus, um sich den Schaden anzusehen.
Erschrocken wich er zurück. Ein entsetzter Maulwurf blickte ihn fassungslos an.
„Nein! Was ist hier passiert? Mein Haus, mein Heim, alles zerstört. Wie konnte das nur geschehen?“
Er entdeckte Hubert und wurde wütend. „Verdammter Terrorist.“

(c) 2023, Marco Wittler

014. Die Kunst des Fliegens

Die Kunst des Fliegens

Die kleine Maus sah ihren Nachbarn aus der dunklen Höhle wehmütig nach. Fliegen wie eine Fledermaus, das wünschte sie sich. Aber ihr fehlten die Flügel.
„Wenn ich ihnen doch folgen könnte und wär es auch nur ein einziges Mal.“
In diesem Moment hörte sie Kinderstimmen auf der Wiese. Sie hatten sich für das Herbstwetter Drachen gebaut.
Die kleine Maus wusste sofort, was zu tun war. Sie flitzte los, schnappte sich einen Drachen und stieg hinauf in die Lüfte. Nun konnte sie den Feldermäusen folgen.

(c) 2023, Marco Wittler

013. Regenbogen

Regenbogen

„Das schafft ihr nie. Ich werde für immer auf meiner Wolken sitzen bleiben. Ich bin doch nicht lebensmüde und stürze mich einfach in die Tiefe.“
Der kleine Engel schluckte schwer und sah seinen Artgenossen nach, die beim Fliegen offenbar sehr viel Spaß hatten.
Die Wolke, auf der er saß zwinkerte der Sonne zu und begann zu flüstern. Ich lasse es regnen. Schick du durch meine Tropfen deine Strahlen.“
Kurz darauf erstrahlte ein Regenbogen. Auf ihm konnte der Engel gefahrlos nach unten sausen.

(c) 2023, Marco Wittler

012. Angriffsziel

Angriffsziel

„Drei, zwei, eins, null.“ Mit dem Ende des Countdown öffneten sich die Schleusen.
„‚Okay, Leute.“ Der Kommandant trat vor und blickte von einem zum anderen. „Ihr wisst worauf es ankommt. Passt auf euch auf. Wir treffen uns am Ziel.“
Ohne zu zögern sprang er durch die Öffnung und stürzte in die Tiefe. Furchtlos folgte ihm die restliche Truppe.
Sekunden später klatschen sie auf.
„Verdammt!“ Der Fußgänger wischte sich die Tropfen aus dem Auge. „Muss es gerade jetzt regnen?

(c) 2023, Marco Wittler

011. Der Sprung

Papa nahm Anlauf. Nach ein paar Metern sprang er ab und landete auf der anderen Seite.
„Jetzt du!“, rief er Paul entgegen. „Das schaffst du.“
Paul lief los, sprang ebenfalls und landete mit beiden Füßen in der großen Pfütze. Das Wasser spritzte in alle Richtungen.
„Toll. Jetzt bin ich nass.“ Papa war sauer.
„Wofür habe ich Gummistiefel bekommen, wenn ich damit nicht in Pfützen springen darf? Sie sind nur dafür gemacht worden.“
Paul ging grinsend an Papa vorbei und sprang in die nächste Pfütze.

(c) 2023, Marco Wittler