Kinder
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529. Ich bin dein Vater
Darth Vader wurde wütend. Fehlfunktion im Todesstern. Planet Alderaan wurde nicht zerstört.
Der dunkle Lord schreckte aus seinem Alptraum hoch, blickte sich verwirrt um,bevor ihm bewusst wurde, wo er sich befand.
„Verdammt! Ich habe verpennt. In zehn Minuten kommt mich mein Sohn das erste Mal besuchen. Ich habe das Essen noch gar nicht fertig.“ Dafür hatte er eine Idee.
Vader schnitt die Steaks mit dem Laserschwert und briet sie direkt medium.
(c) 2024, Marco Wittler
528. R2D2
„Flöt. Piep. Piep. Prrrt.“
„Hä? Was hat er gesagt? Und warum muss er in so einer komischen Sprache sprechen?“ Han Solo kratzte sich am Kopf und fragte sich ein weiteres Mal, warum alle anderen R2D2 verstanden, nur er nicht.
C3PO nickte verständnisvoll. „Seine Eltern stammen beide von der Erde. Die Mutter war ein Modem, der Vater ein Faxgerät. Und dann spricht er auch noch mit einem ganz schlimmen Dialekt, den selbst ich nur schwer verstehen kann.“
(c) 2024, Marco Wittler
527. Wookie
Leia betrat das Raumschiff, das in ihren Augen schon deutlich bessere Zeiten erlebt hatte. Die vielen Schmauchspuren auf der Außenhülle zeugten von vielen Gefechten.
Aus dem Inneren erklang ein wohlbekanntes Brüllen. „Du fliegst mit einem Wookie. Nice.“
Han schüttelte den Kopf. „Nicht so toll wie man denkt, wenn sie Fellwechsel haben.“
Er bearbeitete gerade seine Hose mit der Fusselrolle. „Ich finde jeden Morgen seine Haare im Müsli. Einfach eklig.“
(c) 2024, Marco Wittler
526. Dem Nagel auf den Kopf
„Autsch!“
Der Nagel schrie aus Leibeskräften, als ihn der Hammer traf.
„Jetzt stell dich nicht so an. Ich bin ein Hammer und du ein Nagel. Es ist unsere Bestimmung, dass ich dich mit voller Wucht treffe.
„Autsch!“
Schon beschwerte sich der Nächste über den gnadenlosen Schlag. Brennender Schmerz breitete aus.
„Nägel sollst du hämmern, aber nicht uns. Wir sind wehrlose Fingernägel an der Hand.“
(c) 2024, Marco Wittler
525. Enttarnt
RoboDog lief dem Ball hinterher, den seine Besitzerin geworfen hatte.
„Los, RoboDog! Schnapp ihn dir. Bring ihn zurück.“
RoboDog lief, so schnell es sein Akku zuließ. Während er in den Flur abbog, rutschte er auf dem glatten Boden aus, knallte gegen den Türrahmen. Er verlor einige Schrauben, seine Metallverkleidung fiel zu Boden. Ein normaler Hund kam zum Vorschein.
„Sorry.“
Seine Besitzerin winkte ihn zu sich her. „Macht doch nichts. Ich werde es niemandem verraten.“
(c) 2024, Marco Wittler
524. Endlich ein Geist
„Endlich bin ich ein Geist. Endlich kann mich niemand mehr wahrnehmen.“
Er kicherte leise und schlich durchs Haus. „Ich bin unsichtbar und machen und lassen, was ich will. Warum bin ich nicht schon früher auf diese geniale Idee gekommen?“
Paul betrat das Wohnzimmer und bediente sich ungesehen an den Gummibärchen, die auf dem Tisch lagen.
Mama, die auf dem Sofa saß, konnte ihren Sohn unter dem Bettlaken nur schwer ignorieren. Sie würde ihm seinen Spaß aber gönnen.
(c) 2024, Marco Wittler
523. Energie
RoboDog lag faul im Garten und genoss die Sonne, die ihm auf den Pelz schien, als Nachbars Katze über den Zaun sprang.
„Schau dir das an, RoboDog.“, rief seine Besitzerin. „Das ist Hausfriedensbruch. Du musst sie verjagen.“
RoboDog schüttelte nur den Kopf, ohne sich weiter zu bewegen.
„Keine Zeit. Ich muss mit meinen Solarzellen meinen Akku aufladen.“ Zum Beweis drehte er seine Ohren hin und her, während er der Katze heimlich zuzwinkerte.
(c) 2024, Marco Wittler
522. Geheimbotschaft
Es klingelte. Heinrich öffnete die Tür, nahm vom Boten ein Paket entgegen.
In der Küche griff er zum Messer, schnitt die Pappe auf und holte seine Bestellung heraus. Sie war mit Luftpolsterfolie gesichert.
Die Folie wollte Heinrich gerade zur Seite legen, als ihm etwas auffiel.
„Was ist das?“ Die Blasen hatten eine auffällige Anordnung. „Das ist … Morsecode.“
Heinrich begann sofort mit der Übersetzung: „Wer dies liest, ist doof!“ „Haha.“ Heinrich fühlte sich ertappt. „Schlechter Witz.“
(c) 2024, Marco Wittler
521. Winterschlaf
Der Wecker klingelte. Die Frühlingsgöttin wurde unsanft aus dem Schlaf gerissen. Müde gähnte sie laut und rieb sich den Sand aus den Augen.
„Was denn? Schon wieder Frühlingsanfang. Ich will doch noch ein wenig schlafen.“
Sie überlegte kurz und lächelte schließlich spitzbübisch. Die Frühlingsgöttin griff zum Wecker, drehte die Zeiger zwei Wochen zurück. Augenblicklich begann draußen ein kräftiger Schneesturm zu wüten, der die Erde wieder weiß färbte.
„Gute Nacht.“
(c) 2024, Marco Wittler
520. Gitarrenunterricht
„Ich will Musikerin werden. Das ist mein großer Traum.“
Fritzi betrat die Musikschule. Endlich würde sie die Gitarre lernen. Sie kam ihrem Plan, eine Rockband zu gründen, einen großen Schritt näher.
Fritzi legte eine Hand auf die Seiten, versuchte den ersten Ton zu spielen. Es ertönte ein leises Pling, so leise, dass es kaum jemand hören konnte.
Fritzi seufzte enttäuscht. „Warum gibt es eigentlich keine Gitarren für Flöhe? Wie soll ich mehr als eine Seite spielen?“
(c) 2024, Marco Wittler