Kinder

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439. Die Fliege

Die Fliege

Der Weg zur Arbeit zog sich heute ganz schön hin. Irgendwann hatte Ivan keine Lust mehr, so weit zu laufen. Er zog die Fliege, die er um den Hals trug, ein Stück nach vorn, gab ihr Schwung und drehte sie im Kreis. Dann hob er ab und flog den restlichen Weg weiter.

(c) 2020, Marco Wittler

438. Gespenstische Angst

Gespenstische Angst

Zitternd schlich ich nachts durch den Flur. Die Angst vor Geistern war groß. Plötzlich schwebte etwas vor mir. Ein Gespenst hing mit geschlossenen Augen in der Luft. „Willst du ich nicht zu Tode erschrecken?“ Es öffnete die Augen, sah mich an. „Nee, ich träume grad so schön.“

(c) 2020, Marco Wittler

437. Tauziehen

Tauziehen

Ali und Layla saßen in ihren Zimmern und hielten ein Seil locker zwischen sich gespannt. „Was wird das?“, fragte Mama. „Tauziehen.“, erklärte Layla. „Würde langweilig, aber keiner will aufgeben und verlieren.“

(c) 2020, Marco Wittler

436. Spiel mit dem Wind

Spiel mit dem Wind

Stürme jagten über’s Land, rissen Bäume um, deckten Dächer ab, bliesen Kuhherden um. Ein Sturm schlug dem anderen auf die Schulter. „Hab dich! Du bist dran.“ Der andere Sturm stöhnte enttäuscht. „Verdammt! Ich hasse es, Fänger zu sein.“

(c) 2020, Marco Wittler

435. Regenwolke

Regenwolke

Piet war stinksauer. Seit Stunden fuhr er zur See, sah in der Ferne den blauen Himmel, doch der Regen endete nicht. Zeitgleich folgte ihm eine Wolke, die aus Zuneigung zu Piet seit Stunden auf ihn hinab regnete.

(c) 2020, Marco Wittler

434. Zunge

Zunge

Fritzi streckte seinem Bruder die Zunge raus. „Lass den Blödsinn, Kleiner.“, meckerte Paul. „Gleich passiert was.“ Fritzi lachte. „Was soll den schon passieren?“. Er streckte erneut die Zunge raus. Just in diesem Moment kackte eine Taube vom Baum herab.

(c) 2020, Marco Wittler

433. Gedankenreise

Gedankenreise

Emmi saß am Strand und genoss mit geschlossenen Augen den Wind. „Was wird das?“, fragte ihr Bruder. „Ich reise in meinen Gedanken.“ „Wie kindisch. Werd endlich erwachsen.“ Emmi spannte in Gedanken ihren Drachen auf und ritt damit auf dem Wind.

(c) 2020, Marco Wittler

432. Entsorgt

„Der Mond geht auf. Die Sterne funkeln am Firmament. Im Licht einer Laterne öffnet sich die Kellertür.
Eine Gestalt, in einen dunklen Mantel gehüllt, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, schleppt unter lautem Stöhnen einen schweren Sack aus dem Haus und legt ihn am Straßenrand nieder.
Schon Morgen früh werden sie kommen und ihn mitnehmen. Damit sind dann alle Spuren auf immer beseitigt.“
„Mensch, Paul!“ Lisa stand oben am Fenster. „Kannst du den Müll nicht einmal ohne dieses Theater rausbringen?“

(c) 2024, Marco Wittler

431. Fliegende Untertassen

Paul, der im Liegestuhl lag, bemerkte einen Schatten, schlug die Augen auf und erschrak. „Ein UFO?“ Eine runde Scheibe überflog ihn und landete hinter dem Zaun. Wenige Sekunden später folgte ihr eine zweite und dritte. „Die Aliens kommen!“ Paul sprang auf, lief zum Haus. Eine vierte Scheibe kam aus dem Küchenfenster. „Moment mal.“ Er stutze. „Mia?“ Wütend rief er nach seiner Schwester. „Mia? Wirfst du da gerade mit meiner Pizza Hawaii?“ „Ja!“, kam die Antwort. „Mit Ananas ist eklig.“

(c) 2024, Marco Wittler

430. Küchendiebe

Es krachte. Es klirrte. Irgendwas war zu Boden gefallen.
Erschrocken lief Lisa zur Küche. Was konnte dort nur geschehen sein?
Sie riss die Tür auf. Auf der Anrichte standen zwei grimmige Kater in dunklen Nadelstreifenanzügen. Sie machten eine Räuberleiter und holten gerade die Thunfischdosen aus den Hängeschränken.
Einer warf Lisa eine Dose zu. „Hier! Die ist für dich. Und du hast uns nie gesehen.“
Er ließ kurz seine Krallen aufblitzen. Dann verschwanden die Kater durch das offene Fenster.

(c) 2024, Marco Wittler