Gute Nacht Geschichten

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580. Karten auf den Tisch

Karten auf den Tisch

Rudolph legte seine Karten auf den Tisch. „Drei Buben. Mach das erstmal nach.“
Santa Claus bebte. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Konnte er mithalten? Doch dann grinste er breit. „Fünf Asse! Ich habe gewonnen.“
„Fünf? Es gibt nur vier. Du hast betrogen. Zur Strafe bist du jetzt dran.“
Santa fröstelte. Er hasste es, Geschenke in die Schuhe von Joggern zu legen. Die stanken bis zum Himmel.
Rudolph war zufrieden. Es hatte sich gelohnt, dem Chef eine zusätzliche Karte unterzujubeln.

(c) 2024, Marco Wittler

579. Geschwindigkeitsrekord

Geschwindigkeitsrekord

„Verdammte Saukälte. Warum müssen wir gerade heute blitzen? Ich will zurück ins Revier und Telefondienst schieben. Bei dem Wetter rast doch niemand.“
Wachtmeister Schulze beschwerte sich nicht zum ersten Mal bei seinem Kollegen.
Plötzlich hörten sie ein Rumpeln. Ein Fahrzeug kam mit unglaublicher Geschwindigkeit heran.
„Den kriegen wir!“
Ein großer Schlitten, raste vorbei. Der Blitzer konnte nicht schnell genug auslösen.
„Ich hasse den Weihnachtsmann mit seinem Schlitten.“

(c) 2024, Marco Wittler

Tilda Glitzerstern – Kapitel 2 – Was ist Weihnachten?

Kapitel 2 – Was ist Weihnachten?

Tilda Glitzerstern stand auf. Mit kleinen, leisen Schritten schlich sie zur Bühne. Sie ließ sich extra Zeit, obwohl sie die neidischen Blicke der anderen Wichtel auf sich spüren konnte. Sie hoffte, dass Santa Claus es sich noch einmal überlegen, seinen Fehler bemerken und jemand anderes zu sich rufen würde. Doch er blieb still und wartete geduldig. sie stieg die kleine Treppe zur Bühne hinauf und stand schließlich dem Chef gegenüber.
Diese gütigen Augen unter den dicken Augenbrauen und über dem buschigen Bart sollten Tilda eigentlich beruhigen. Das Gegenteil war aber der Fall. Sie begann zu zittern.
Santa Claus bemerkte das sofort. Er griff schnell in seine linke Manteltasche. „Magst du einen Keks? Also ich liebe Kekse und sie beruhigen mich immer.“ Er sah Tilda an, dass er damit keinen Erfolg haben würde. Also suchte er noch auf der anderen Seite. Zum Glück befand sich darin noch ein vom letzten Weihnachtsfest übrig gebliebener kleiner Teddybär. „Ich möchte dir meinen Teddy schenken. Er soll dir allzeit Kraft schenken, Mut geben und Ängste vertreiben.“
Misstrauisch zog Tilda ihre rechte Augenbraue hoch. War das etwa ein Trick? Egal. Sie griff nach dem Stofftier und fühlte sich tatsächlich sofort ein klein wenig besser. Sie beruhigte sich, das Zittern verschwand.
Santa Claus hockte sich hin. Er mochte es nicht, auf die Wichtel von oben herabzuschauen. Er blieb lieber auf Augenhöhe.
“Ich habe gehört, dass du mit Weihnachten nicht viel anfangen kannst, dass du den Sinn dahinter nicht verstehst und dich darüber wunderst, warum wir uns so viel Arbeit machen, den Kindern auf der ganzen Welt Geschenke zu bringen.“
War das eine Fangfrage, vielleicht eine Falle? Tilda wusste nicht, was sie von diesen offenen Worten halten sollte. Sie ließ sich Zeit, überlegte, wägte ab. Schließlich nickte sie kaum merklich, dann entschlossener und deutlicher.
„Wir arbeiten das ganze Jahr so hart und geben dann einfach alles weg. Ganz ohne Gegenleistung. Sogar die unartigen Kinder bekommen Geschenke. Das verstehe ich nicht. Sie verdienen das doch gar nicht. Warum tun wir uns diesen ganzen Stress jedes Jahr aufs Neue an?“ Sie blickte Santa ernst und direkt in die Augen. „Ich habe diese Fragen so oft den Lehrern in der Schule gestellt, aber niemand konnte mir eine Antwort darauf geben.“
Santa lächelte. „Du gefällst mir, Tilda Glitzerstern. Ich habe auch mal so gedacht und an Weihnachten gezweifelt.“
Die Wichtel in der Aula waren geschockt. Mit dieser Antwort hatten sie nicht gerechnet. Ausgerechnet Santa Claus hatte an das Weihnachtsfest nicht geglaubt. Das durfte einfach nicht wahr sein.

(c) 2024, Marco Wittler

578. In Glanz und Gloria

In Glanz und Gloria

„Ich kann es schaffen!“, rief sie immer wieder und bebte vor Begeisterung. „Wenn der Wind nicht plötzlich die Richtung ändert, lande ich genau auf der Spitze.“
Die kleine, bunt schillernde Seifenblase steuerte genau auf die Spitze des Weihnachtsbaum zu. Endlich würde sich ihr Traum erfüllen, ein Leben als Christbaumkugel zu führen.
„Sie landete, erstrahlte im hellen Glanz der Kerzen und … zerplatzte.
„Ich habe alles erreicht. Das war es mir wert.“

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 31 – Endgame

TRIGGER WARNUNG / CONTENT NOTE:
Bitte lies meine Geschichten einmal selbst, bevor du sie deinen Kindern vorliest. Sie sind zu Halloween etwas gruseliger, auch wenn sie lustig enden. Bitte bewerte vorher, ob dein Kind die Geschichten bereits versteht, damit umgehen kann und sich nicht zu sehr gruselt.

Kapitel 31 – Endgame

Captain Ulli Grunz schrie. Ein weiteres Mal riss er die Augen auf. Doch dieses Mal lag er in seinem Bett. Er war zurück an Bord seines Raumschiffs ENTERSCHWEIN, zurück in seiner Kabine.
Der Captain richtete sich auf. Er war schweißgebadet. Das Kopfkissen war nass.
»Es war ein Traum, nur ein ganz schlechter, mieser Alptraum. Ich bin nicht in der Hölle. Der Hokus Pokus ist endlich vorbei.«
Er stand auf, wollte sich in der Dusche abbrausen, da fiel sein Blick auf den Schreibtisch in der Mitte des Raums. Dort lag etwas, ein dünnes Heft. Ulli Grunz griff danach. Auf der ersten Seite stand in großen Buchstaben das Wort ABITUR.
»Das war alles echt. Ich war tatsächlich in der Hölle. Aber ich habe mein Abitur nachgeholt.«
Ihm kullerte eine Träne die Wange herunter. »Ich habe es tatsächlich geschafft.«
Eine knöcherne Hand legte sich auf die Schulter des Captains. »Herzlichen Glückwunsch, Ulli Grunz. Der Tod grinste breit, bevor er sich ein letztes Mal in Luft auflöste.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 30 – Endgegner

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Kapitel 30 – Endgegner

Ulli Grunz erwachte. War das etwa alles nur ein Traum gewesen? Hatte es die Jagd durch die Hölle nie gegeben? War der Tod etwa nicht real? Nein. Das konnte nicht sein. Er lag nicht in seinem Bett, sondern saß auf einem Stuhl.
Der Captain riss die Augen auf, blickte sich panisch um. Er saß wieder im Klassenraum der Volkshochschule. Am Pult vor ihm hatte der Tod Platz genommen und grinste hämisch.
»Willkommen zurück, Ulli Grunz. Am Ende habe ich doch noch gewonnen. Jetzt holst du dein Abitur nach. Du bleibst so lange hier sitzen, bis zu fertig bist. Ich werde die ganze Zeit ein Auge auf dich haben.«
»Aber … aber … Können wir die Sache nicht noch einmal verhandeln? Da muss es doch einen Ausweg, ein Schlupfloch für mich geben. Gib mir bitte noch eine allerletzte Chance.«
Der Sprach sprang auf, griff nach seiner Sense und schlug damit auf sein Pult. Er teilte es in zwei Hälften.
»Jetzt ist Schluss mit Lustig. Ich verspeise dich zum Nachtisch. Schreib dein Abitur.«

(c) 2024, Marco Wittler

577. Die Halloween Meisterschaften: Der Dämon

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Die Halloween Meisterschaften: Der Dämon

Aus den tiefsten Tiefen der Hölle machte sich ein grausames Wesen auf den Weg zur Oberfläche. Es öffnete einen lodernden Riss und entstieg dem Boden.
Der Dämon war der letzte Teilnehmer der Halloween Meisterschaften. Auch er rechnete fest mit dem Pokal.
Er blickte sich um. Wo waren die anderen Geschöpfe der Nacht? Er sollte sie doch erschrecken. Niemand da.
»Verdammt!« Der Dämon ärgerte sich. Den weiten Weg hatte er umsonst gemacht.
»Dann gehe ich eben zurück und schlafe die Nacht durch.«

(c) 2024, Marco Wittler

576. Die Halloween Meisterschaften: Der Werwolf

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Die Halloween Meisterschaften: Der Werwolf

Der Vollmond kroch langsam am Himmel aufwärts. Seine Strahlen trafen einen jungen Mann, der sich augenblicklich in einen Werwolf verwandelte.
»Showtime!«, sagte er grinsend und sah sich bereits mit dem Pokal der diesjährigen Halloween Meisterschaften in Händen.
Doch dann geschah etwas, womit er nicht gerechnet hatte. Die Erde schob sich vor das Licht. Eine Mondfinsternis setzte ein. Dem Werwolf fielen alle Haare aus. Er wurde wieder zu einem Menschen.
»Na dann halt erst im nächsten Jahr.«

(c) 2024, Marco Wittler

575. Die Halloween Meisterschaften: Der Poltergeist

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Die Halloween Meisterschaften: Der Poltergeist

Es war so weit. Halloween Meisterschaften. Darauf hatte sich der Poltergeist schon das ganze Jahr gefreut und jeden Tag hart dafür trainiert. Er verließ die Wohnung und polterte, wie es seine Art war, die Treppe hinunter.
Nur Sekunden später wurde im Erdgeschoss eine Tür aufgerissen, die Vermieterin stürmte in den Flur.
»Ruhe da oben! Ich will den Musikantenstadl gucken. Ich kündige dir sonst den Mietvertrag.«
Der Poltergeist erschrak und wusste, dass er sich gerade selbst disqualifiziert hatte.

 

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 29 – Der Sensenmann

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Kapitel 29 – Der Sensenmann

Über Stunden hatten sich der Tod und Ulli Grunz Geschichten erzählt, gelacht, Tränen geweint und gescherzt. Irgendwann war die Sonne über dem endlosen Meer untergegangen und hatte dem Sternenhimmel Platz gemacht.
Schließlich griff der Knochenmann zur Sense, die er auf dem Sandboden abgelegt hatte und stand auf. »Der Tag ist vorbei. Es wird Zeit, dass nun jeder von uns seines Weges geht.«
Ullis Blick wurde hell, war voller Hoffnung. »Heißt das, du kümmerst dich um neue Kunden und ich darf nach Hause?«
Der Blick des Todes verfinsterte sich, wenn das ohne Mimik überhaupt möglich war. »Mitnichten, mein Freund. Es ist an der Zeit die Ernte einzufahren.«
Plötzlich schien sich die Welt um den Captain zu drehen. Ihm wurde schwindelig. Arme, Beine und die Augenlider wurden schwer wie Blei. »Was passiert mit mir?«
»Ich habe dir ein Schlafmittel in den Tee getan. Man kann den Tod nicht austricksen.« Er hob die Sense. Um Ulli wurde es dunkel. Sein Kopf knallte auf die Tischplatte.