Geschichten für Kinder

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351. Überraschungsangriff

„Kommandantin, die Truppe steht bereit und kann jederzeit in den Kampf gehen.“
Die Kommandantin nickte zufrieden. Der Feind war völlig ahnungslos. Der Sieg würde ihnen gehören. Sie hob ihren Säbel hoch und ließ ihn sinken. Die Soldatinnen stürmten los.
Doch plötzlich wurde es über dem Schlachtfeld dunkel. Ein riesiger, roter Tropfen stürzte herab.
„Rückzug!“
Doch es war bereits zu spät. Die Ameisen wurden unter Kirschgrütze begraben. Wieder hatten sie das Picknick nicht erobern können.

(c) 2024, Marco Wittler

350. Mein kleiner Mond und ich

Der kleine Mond holte tief Luft und blies aus vollen Wangen in das Segel, das an seine Enden geknotet war. Er nahm Fahrt auf.
„Mehr nach links. Wieder zurück.“ Das kleine Mädchen, das auf ihm das Sternenmeer bereiste, dirigierte ihn zielsicher vorbei an Asteroiden und Kometen. „Vorsicht! Da vorn ist die Milchstraße.“
Es gab ein lautes Platschen. Die Milch spritze zu allen Seiten davon in große Milchkannen.
„Ohne eure Hilfe hätten wir das nicht geschafft.“, bedankte sich der Milchstraßenmann.

(c) Marco Wittler

349. Gespaltene Zunge

Der Frosch hörte ein Geräusch. Ängstlich blieb er stehen. Plötzlich kam eine Schlange aus dem Dickicht, blieb vor ihm stehen. Hatte sie ihn entdeckt? Jedes ihrer Enden ihrer gespaltenen Zunge schnellte an einer Seite ihres Opfers vorbei. Glück gehabt. Noch einmal überlebt.

(c) 2020, Marco Wittler

348. Quietsch

Die Tür quietschte. Tom holte Öl, gab ein paar Tropfen auf die Scharniere und bewegte die Tür erneut. Es quietschte wieder. „Kann doch gar nicht sein.“ Tom sah hinter die Tür, entdeckte dort das Meerschweinchen seiner Tochter, das ihm verwegen zuzwinkerte.

(c) 2020, Marco Wittler

347. Mittwoch

„Endlich Mittwoch! Endlich Bergfest! Ist nicht mehr lang bis zum Wochende.“, rief er freudig beim Blick auf den Kalender. „Bergfest? Kann ich auch.“, antwortete sie, türmten die Dreckwäsche auf und erklomm grinsend den Gipfel.

(c) 2020, Marco Wittler

346. Sabbertropfen

Ein Sabbertropfen löste sich vom Munde
Drehte um die Lippe eine Runde
Danach im Barte er verschwand
Lebte fortan unerkannt
Mit einem Hopfentropfen hier am Kinn
Macht das alles einen Sinn?

(c) 2020, Marco Wittler

345. In die weite Welt

„Die Welt ist so schön.“, sagte das oberste Blatt am Baum. Das Blatt ganz unten war neidisch. Es konnte nichts sehen. Es entschloss sich, herab zu fallen. „Das war ein großer Fehler.“, hörte es noch. Doch das Blatt landete im Fluss, trieb davon, bis in die weite Welt hinaus.

(c) 2020, Marco Wittler

344. Raser

Lena hatte die Nase voll. Ständig rasten Autos durchs Dorf, hielten sich nicht ans Tempolimit. Sie wollte unbedingt etwas dagegen unternehmen. Lena versteckte sich in einem Busch und ließ bei jedem Raser ihre Kamera aufblitzen. Kurze Zeit später fuhren alle Autos normal schnell.

(c) 2020, Marco Wittler

343. Inkognito

„Leute, schaut mal, ein Delfin.“ Sofort war das Tier von unzähligen Strandtouristen umringt. „Verdammt! Der Verkäufer hat mir extra versprochen, in dieser Verkleidung Ruhe vor den Menschen zu haben.“ Wütend riss sich der Hai die falsche Nase herab und schwamm davon.

(c) 2020, Marco Wittler

342. Blitz und Donner

Lea vermisste Oma, die vor ein paar Tagen gestorben war. „Und jetzt muss es auch noch gewittern. Blöde Woche.“ Lea hatte Angst vor Blitz und Donner und kroch in ihre Kuschelecke. „Du musst keine Angst haben.“, sagte Mama. „Bei jedem Blitz macht Oma ein Erinnerungsfoto von dir.“

(c) 2020, Marco Wittler