Geschichten für Kinder

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422. Das Eis schmilzt

Die Katzen schrien. Der halbelektronische RoboDog hatte sie beim Wurstdiebstahl erwischt. Sie stürmten durch tiefen Schnee, sprinteten über einen zugefrorenen See. RoboDog blieb ihnen auf den Fersen. Die Frühlingsfee, die alles gesehen hatte, wollte helfen. Sie beschwor das Wetter. Das Eis schmolz, RoboDog versank im See. „Na toll.“ Die Katzen waren sauer. Jetzt hatten sie ihren Lauftrainer verloren. Wie sollten sie nun für die Katzenolympiade fit werden?

(c) 2024, Marco Wittler

421. Wurstraub

RoboDog jagte mit hoher Geschwindigkeit über die Wiese. Drei panische Katzen flüchteten in wildem ZickZack. „Ich hab gesagt, ihr sollt keine Würstchen klauen.“ Der halbelektronische Hund drückte auf seinen Brustknopf, wurde noch einmal schneller. Bald schon waren sie außer Sicht des Hauses. „Ok, bleibt stehen. Ich glaube, wir sind weit genug.“ Die Katzen hielten an und kicherten. Der Plan hatte funktioniert. Gemeinsam mit dem Hund verspeisten sie nun die Beute.

(c) 2024, Marco Wittler

420. Hatschi

Die Frühlingsgöttin flanierte über die grünen Wiesen, die gerade erst vom Schnee befreit waren. Aus der Ferne konnte sie erste Menschen entdecken, die die warmen Tage für ein Picknick nutzten. Die Frühlingsgöttin streckte eine Hand aus, beschwor unzählige kleine Blümchen, die Augenblicke später aus dem Boden wuchsen und ihre Blüten öffneten. „Hatschi!“ ertönte es aus allen Richtungen. Die Göttin kicherte. „Heuschnupfenzauber. Menschen sind ja so empfindlich.“

(c) 2024, Marco Wittler

419. Das wasserscheue Krokodil

„Du bist ein Krokodil. Es ist deine Natur, im Wasser zu liegen und anderen Tieren aufzulauern.“ Mama Krokodil verdrehte genervt die Augen. „Ich mag es aber nicht, wenn meine Füße nass werden. Ich gehe nicht ins Wasser.“ Krokodil Junior sah sich um und überlegte. Er grinste. Mit seinen scharfen Krallen griff er nach einer zuckerwatteweichen Wolke, legte sie wie eine Luftmatratze auf den See und ließ sich darauf treiben. „Siehste! Geht auch so.“

(c) 2024, Marco Wittler

418. Achtung Krokodil

„Weg hier!“ Heinz sprang panisch von der Picknickdecke. Sein Kollege Martin blieb ruhig sitzen. „Was machst du da? Willst du gefressen werden?“ Ein riesiges Krokodil, dass aus dem nahen See gestiegen war, näherte sich der Decke. Sein Maul war leicht geöffnet und zeigte die scharfen Zähne. „Alles halb so wild.“ Martin holte einen Stapel Papier hervor, hielt ihn dem Krokodil, das freudig zubiss. „Das ist der neue Kollege Croc. Er ersetzt den Locher.“

(c) 2024, Marco Wittler

417. Wie werden Wolken gemacht?

„Mama?“ Auf dem Jahrmarkt zog Mia Mama am Ärmel und zeigte dann zum Himmel hinauf. „Wie werden eigentlich Wolken gemacht?“ Mama blickte ebenfals nach oben, zuckte aber mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Ich glaube, die entstehen einfach.“ Diese Antwort reichte Mia natürlich nicht. Sie sah sich um und entdeckte einen Mann, der ihr zuzwinkerte. Er rollte gerade eine Zuckerwatte auf, entließ sie in die Luft und sah ihr zu, wie sie zum Himmel hinaufstieg.

(c) 2024, Marco Wittler

415. Das Rennen

„Aus der Bahn! Macht endlich Platz!“
Fritzi gab Gas, holte aus ihren Fliegenflügeln alles raus was ging. Sie hatte das breite Feld hinter sich gelassen und nur noch zwei Gegner vor sich. Diese waren aber besonders hartnäckig.
„Ich krieg euch!“
Plopp! Plopp! Plopp!
Die führenden Rennfliegen knallten gegen eine unsichtbare Barriere, Fritzi konnte auch nicht mehr bremsen.
„Mist! Verdammt! Schon wieder haben die Menschen das Fenster geschlossen, ohne die Rennleitung zu informieren.“

(c) 2024, Marco Wittler

414. Mutprobe

„Mach das nicht! Das ist viel zu gefährlich.“
Anton schüttelte den Kopf. Er hatte sich diese Mutprobe fest vorgenommen und würde sie nun auch durchziehen. Er wollte nicht von den anderen als Feigling bezeichnet werden.
Er sprang vom Ufer in das Wasser. Die Pfütze leerte sich fast komplett und spritze die umstehenden Kinder von oben bis unten nass.
„Ich hab es dir doch gesagt.“ Frau Meier, seine Lehrerin seufzte. „Du machst das bei jedem Regen.“
Anton grinste. „Macht halt Spaß.“

(c) 2024, Marco Wittler

413. Alle Neune

„Warum stecken eigentlich in manchen Muscheln so schöne Perlen?“
Der kleine Krebs, der gerade durch den Korallenriff kletterte, sah es aus allen Richtungen schimmern.
„Das muss ich dir gar nicht erklären.“, sagte Papa Krebs. „Du wirst es gleich mit eigenen Augen sehen.“
Kurz darauf öffneten sich die Muschelschalen. Die Lebewesen darin griffen zu den Perlen und warfen sie gegen die Korallen. Die großen Gebilde stürzten um.
„Alle Neune!“
„Krass.“, war der kleine Krebs begeistert. „Die kegeln.“

(c) 2024, Marco Wittler

412. Mit Stift und Papier

Paul hatte es geschafft. Er hatte eine spannende Geschichte Wort für Wort auf einem Blatt Papier geschrieben. Es fehlte der letzte Satz.
„Boah wie altmodisch.“ Sein Freund Freund Noah lachte. „Warum machst du das denn nicht mit dem Computer? Dann kannst du sie nachher für alle anderen ausdrucken und verteilen. Macht die Hausaufgaben einfacher.“
Kaum waren die Jungs mit ihren Geschichten fertig, fiel der Strom aus. Noahs Geschichte war verschwunden. Paul grinste und wedelte mit seinem Zettel.

(c) 2024, Marco Wittler