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050. Alarm
Alarm
„Wir haben es gleich geschafft. Nur noch ein paar Meter.“
Eine flüsternde Stimme näherte sich dem Bett. „Im Nachttisch ist der Süßkram versteckt. Den holen wir uns jetzt.“
Plötzlich krachte es laut. Das Kind im Bett wachte auf und schreckte hoch.
„Ha! Wusste ich es doch. Die eigenen Geschwister wollen einem die Schokolade klauen. Wie gut, dass ich vorher eine Tüte Chips auf dem Boden verteilt habe. Das ist die beste Alarmanlage, die es gibt.“
(c) 2023, Marco Wittler
049. Schwertschlucker
Schwertschlucker
Es war dunkel. Bis auf ein leises Hüsteln war nichts zu hören. Die Menge wartete gespannt.
Scheinwerfer flammten auf. In der Mitte der Manege stand eine einzelne Person. Unter der Begleitung dramatischer Musik, hob sie ein silbernes Schwert, führte es an den Mund und schob es langsam in den Rachen.
„Das ist ein billiger Luftballon.“ Ein Zuschauer beschwerte sich.
„Na und?“ Der Ballon flog davon. „Ich bin Clown und nur Ersatz für den kranken Schwertschlucker. Ich hab mir das nicht ausgesucht.“
(c) 2023, Marco Wittler
048. Ring
Ring
Paula blieb nach mehreren Joggingkilometern auf einer Brücke stehen. Schwer atmend lehnte sie sich über das Geländer und sah zum Bach unter sich herab.
Plötzlich rutschte ihr ein Ring vom Finger und fiel ins Wasser. Er versank, bis er auf dem Kopf eines Frosches zum Liegen kam. Dieser sprang sofort zur Oberfläche.
„Ja, ja, ja!“ Er konnte seine Begeisterung nicht verbergen. „Ja, ich will! Mit so einem überraschenden Heiratsantrag hätte ich niemals gerechnet.“
(c) 2023, Marco Wittler
047. Schnarcher
Schnarcher
Während er aus dem Märchenbuch vorgelesen hatte, war Papa neben Emmas Bett eingeschlafen.
„Na, toll. Und wer liest mir jetzt das Ende vor?“
Emma überlegte kurz und begann zu grinsen. „Dann mache ich das eben selbst.“
Sie legte sich hin und schloss die Augen.
„Das laute Schnarchen des eingeschlafenen Prinzen brachte die Wände des Turms zum Wackeln, bis er zur Staub zerbröselte. Rapunzel war endlich frei und würde sich von nun an von allen Hexen fernhalten.“
(c) 2023, Marco Wittler
046. Eisbär
Eisbär
Neulich im Zoo.
„Du, sag mal. Ist es dir hier nicht viel zu warm, so als Eisbär?“ Der Löwe vom Nachbargehege lehnte sich über den Zaun. „Du fühlst dich am Nordpol doch bestimmt viel besser.“
Der Eisbär verdrehte die Augen. „Warum denkt das eigentlich jeder? Am Nordpol ist es viel zu kalt. Da frieren mir die Füße ab. Ich bin ein Eisbär, weil ich wahnsinnig gern Spaghettieis esse mit Sahne esse.“
(c) 2023, Marco Wittler
045. Ausbruch
Ausbruch
Bean blickte zur Öffnung. Es konnte sich nur noch um Sekunden handeln.
„Gleich geht’s los. Ihr kennt den Plan. Wir brechen aus und lassen uns nicht länger einsperren.“
Sie waren bereit und würden sich nicht aufhalten lassen.
Jemand öffnete den Eingang. Licht strömte ins Innere. Bean gab das Kommando. Gemeinsam versetzten sie ihrem Gefängnis einen Stoß und brachten es zu Fall. Der Kaffeebeutel stürzte um. Die Bohnen verstreuten sich auf dem Küchenboden und flüchteten unter die Schränke.
(c) 2023, Marco Wittler
044. Regenbogen
Regenbogen
„Aber wenn ich es dir doch sage, am Ende des Regenbogens steht ein Topf voll Gold. Den hole ich mir und werde ein reicher Junge.“
Paul zog sich den Regenmantel über, nahm Papa an die Hand und zog ihn mit nach draußen.
Sie gingen durch die Stadt, wanderten durch den Wald, bis sie auf einem Berg an ihrem Ziel ankamen. Dort fanden sie allerdings statt des Topfes einen alten Farbeimer. Dieser war allerdings umgekippt.
„Jetzt weißt du auch, wie ein Regenbogen entsteht.“, sagte Papa lachend.
(c) 2023, Marco Wittler
043. UFO
UFO
Im Überwachungsraum schrillten die Alarmglocken. Das Radar hatte etwas eingefangen. Der Kommandant wirbelte herum. „Sofort auf den großen Wandschirm damit. Ich will wissen, worum es sich handelt.“
Wenige Augenblicke später hatten sie Gewissheit. Es schwebte ein kleines Raumschiff zwischen den Wolken. „Treffer!“
In diesem Moment knackte es in den Lautsprechern. „Hier Commander Glurks. Glückwunsch, Erdlinge. Ihr habt uns. Jetzt sind wir dran mit suchen.“
(c) 2023, Marco Wittler
042. Riese
Riese
Der Riese lachte und hielt sich den Bauch, bevor er wieder zum Boden herabblickte.
„Ich habe hier die Macht und werde nun über euer Schicksal bestimmen.“ Er dachte kurz nach. „Ihr werdet hier nicht durchkommen.“
Er öffnete die Hand, ließ große Felsen vor den Wanderern fallen und schnitt ihnen den Weg ab.
„He, halt. Was soll denn das? Ihr spielt unfair.“
Fritz war frustriert. Die Ameisen vor seinen Füßen ließen sich nicht von den Kieselsteinen beeindrucken und kletterten einfach darüber hinweg.
(c) 2023, Marco Wittler
041. Angler
Angler
Erich legte die Angel zur Seite und begann, über die Wiese zu kriechen. Für seinen nächsten Fang brauchte er noch einen Wurm. Er wollte gerade zum Schüppchen greifen, als er das begehrte Objekt unter einem Busch entdeckte. Doch da stockte ihm der Atem.
Der Wurm hielt eine Angel fest, an deren Haken sich ein menschlicher Finger befand.
„Verdammt! Schnell weg!“ Erich sprang auf und packte seine Sachen.
Der Wurm lachte. Die alte Halloweendeko hatte ihm tatsächlich das Leben gerettet.
(c) 2023, Marco Wittler