April, 2024

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528. R2D2

„Flöt. Piep. Piep. Prrrt.“
„Hä? Was hat er gesagt? Und warum muss er in so einer komischen Sprache sprechen?“ Han Solo kratzte sich am Kopf und fragte sich ein weiteres Mal, warum alle anderen R2D2 verstanden, nur er nicht.
C3PO nickte verständnisvoll. „Seine Eltern stammen beide von der Erde. Die Mutter war ein Modem, der Vater ein Faxgerät. Und dann spricht er auch noch mit einem ganz schlimmen Dialekt, den selbst ich nur schwer verstehen kann.“

(c) 2024, Marco Wittler

527. Wookie

Leia betrat das Raumschiff, das in ihren Augen schon deutlich bessere Zeiten erlebt hatte. Die vielen Schmauchspuren auf der Außenhülle zeugten von vielen Gefechten.
Aus dem Inneren erklang ein wohlbekanntes Brüllen. „Du fliegst mit einem Wookie. Nice.“
Han schüttelte den Kopf. „Nicht so toll wie man denkt, wenn sie Fellwechsel haben.“
Er bearbeitete gerade seine Hose mit der Fusselrolle. „Ich finde jeden Morgen seine Haare im Müsli. Einfach eklig.“

(c) 2024, Marco Wittler

526. Dem Nagel auf den Kopf

„Autsch!“
Der Nagel schrie aus Leibeskräften, als ihn der Hammer traf.
„Jetzt stell dich nicht so an. Ich bin ein Hammer und du ein Nagel. Es ist unsere Bestimmung, dass ich dich mit voller Wucht treffe.
„Autsch!“
Schon beschwerte sich der Nächste über den gnadenlosen Schlag. Brennender Schmerz breitete aus.
„Nägel sollst du hämmern, aber nicht uns. Wir sind wehrlose Fingernägel an der Hand.“

(c) 2024, Marco Wittler

525. Enttarnt

RoboDog lief dem Ball hinterher, den seine Besitzerin geworfen hatte.
„Los, RoboDog! Schnapp ihn dir. Bring ihn zurück.“
RoboDog lief, so schnell es sein Akku zuließ. Während er in den Flur abbog, rutschte er auf dem glatten Boden aus, knallte gegen den Türrahmen. Er verlor einige Schrauben, seine Metallverkleidung fiel zu Boden. Ein normaler Hund kam zum Vorschein.
„Sorry.“
Seine Besitzerin winkte ihn zu sich her. „Macht doch nichts. Ich werde es niemandem verraten.“

(c) 2024, Marco Wittler

524. Endlich ein Geist

„Endlich bin ich ein Geist. Endlich kann mich niemand mehr wahrnehmen.“
Er kicherte leise und schlich durchs Haus. „Ich bin unsichtbar und machen und lassen, was ich will. Warum bin ich nicht schon früher auf diese geniale Idee gekommen?“
Paul betrat das Wohnzimmer und bediente sich ungesehen an den Gummibärchen, die auf dem Tisch lagen.
Mama, die auf dem Sofa saß, konnte ihren Sohn unter dem Bettlaken nur schwer ignorieren. Sie würde ihm seinen Spaß aber gönnen.

(c) 2024, Marco Wittler