Autor: Marco

  • 250. Die Weihnachtskugel

    »Ich will das nicht. Ich brauche einen eigenen Ast.«
    Die Weihnachtskugel landete trotzdem neben einem alten, schäbigen Glasglöckchen, das kaum noch Glanz hatte. »Och, nee, warum gerade hier? Nun wird mich niemand mehr beachten.« Sie seufzte.
    Doch dann zog ein leichter Windhauch durch den Raum, strich am Ast entlang und bewegte ihn. Die Kugel und das Glöckchen stießen aneinander und spielten eine gemeinsame Melodie.
    »Wow. Wir passen ja doch super zueinander.«, freute sich die Kugel.

    (c) 2023, Marco Wittler

  • Santasaurus Rex – Teil 01

    Das Boo blickte dem riesigen Flugsaurier furchtlos in die Augen. Die mächtigen Schwingen und scharfen Krallen machten ihm keine Angst.
    »Ich bin das Boo. Ich lassen mich von niemandem einschüchtern.« Es hielt sich die eigenen Klauen vor den Schnabel und kicherte. Der große Pteranodon tat es ihm gleich, als wären sie Zwillinge.
    »Das Boo wandte sich vom Spiel mit dem zugefrorenen Teich ab. Dieses aufgewölbte Stück Eis war einfach zu verlockend. »Wenn ich dich nur mitnehmen könnte. Meine Freunde würden sich so sehr gruseln, als wäre noch einmal Halloween.«
    Es seufzte, während es mit kräftigen Flügelschlägen abhob und in die Dunkelheit davonflog. Der Weg nach Hause war nicht weit. Das Boo kannte ihn gut. Trotzdem war da etwas Neues. »Was ist denn das?« Am Fuße des Gebirges flammte ein Licht auf. »Ein Feuer? Das muss ich mir genauer anschauen. Wenn der Wald brennt, sind wir in Gefahr und ich muss die anderen warnen.«
    Es segelte einer kleinen Höhle entgegen, in der sich kleine, nackte Wesen befanden, die sich am Feuer wärmten.
    »Das müssen Zauberer sein. Sie beherrschen das Feuer. Das muss ich gleich meinen Freunden berichten.«

     

  • 249. Die Schneeflocke hat verschlafen

    »Ich hab verschlafen«!
    Die kleine Schneeflocke war zu spät dran. Alle anderen hatten die Erde bereits weiß gefärbt. »Schnell hinterher.« Sie stürzte sich in die Tiefe.
    Der Wind trieb die Flocke hin und her. Wo sollte sie landen? Sie suchte einen besonderen Platz.
    Zu spät. Sie wurde von der Spitze eines Nadelbaums eingefangen. »Mist. Das war wohl nichts.« Doch kurz darauf blieben Menschen vor dem Baum stehen und staunten. »Schaut, dort oben funkelt der Weihnachtsstern.«

    (c) 2023, Marco Wittler

  • Santasaurus Rex – Eine Weihnachtsgeschichte in 24 Teilen

    Santasaurus Rex ist eine Weihnachtsgeschichte in 24 kurzen Kapiteln und handelt, wie der Name schon verraten mag, von Dinosauriern. Sie ist die Fortsetzung der Geschichte aus dem letzten Jahr (Die Dinos und das Boo), kann aber auch für sich allein gelesen werden.
    Beide Geschichten enstanden in enger Zusammenarbeit mit der wundervollen Illustratorin Phelorena, die du auf Bluesky und Instagram finden kannst.

    Kapitel 1
    Kapitel 2
    Kapitel 3
    Kapitel 4
    Kapitel 5

    Kapitel 6
    Kapitel 7
    Kapitel 8
    Kapitel 9
    Kapitel 10

    Kapitel 11
    Kapitel 12
    Kapitel 13
    Kapitel 14
    Kapitel 15

    Kapitel 16
    Kapitel 17
    Kapitel 18
    Kapitel 19
    Kapitel 20

    Kapitel 21
    Kapitel 22
    Kapitel 23
    Kapitel 24

  • Die Dinos und das Boo 26 – Alles wird gut

    Teil 26 – Alles wird gut

    Der TriceraCop stürmte in die Höhle. »Wer kuschelt mich warm?« Im Innern riss er die Augen auf und blieb vor einem anderen Triceratops stehen. »Walter? Bist du das?« Walter nickte. »Bruder!«
    Während sie sich in die Arme fielen, verdunkelte sich der Eingang der Höhle. Ein riesiger Dinosaurier kam herein. »Entschuldigung.« Seine Stimme klang zittrig. »Ich habe gehört, dass ihr ein Herz für Außenseiter habt und niemanden um die Zeit vor die Tür setzt?«
    Das Boo flatterte heran. »Komm rein. Für dich finden wir auch einen Platz.« Es sah sich den Neuen genau an. »Warum bist du ein Außenseiter?«
    »Ich …« Er schluckte schwer. »Ich bin anders. Wenn ich Schluckauf habe, spucke ich Feuer.«
    Zur Demonstration erhitzte er mit seiner Flamme einen Stein, der zu glühen begann. Das Boo war begeistert. »Jetzt wird alles gut.«
    Der Herde in der Höhle fiel ein Stein vom Herzen. Vor Freude stimmten sie gemeinsam ein Lied an und sangen die ganze Nacht hindurch bis zum nächsten Morgen.

  • Die Dinos und das Boo 25 – Futter

    Tag 25 – Futter

    Die kleinen Säuger lächelten Langhals an, bevor sie an ihm vorbei flitzten. Sie sahen sich in der großen Höhle um und schnupperten an jeder Ecke. Sie begannen zu graben, drangen tief in dicke Lehmschichten der Wände ein und jubelten schließlich auf. Eine große Menge dicker Knollen kullerten in die Höhle.
    »Die kann man essen. Sie schmecken wundervoll.«
    Langhals schluckte schwer. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Während sich immer mehr Knollen ansammelten, wurde ihm bewusst, dass die kleinen Säuger ihnen gerade das Leben gerettet hatten. »ich danke euch. Ich habe euch falsch eingeschätzt. Das tut mir wirklich leid und ich bitte euch um Verzeihung.«
    »Schon vergessen, Großer.« Die Säuger unterbrachen ihre Arbeit nur kurz, dann kullerten weitere Knollen aus ihren frisch gegrabenen Gängen.«
    Langhals winkte alle Tier, die in der Höhle Schutz gesucht hatten, zu sich. »Gegen die Kälte rücken wir einfach näher zusammen. Wir halten uns gegenseitig warm.«

  • Die Dinos und das Boo 24 – Die Rückkehr

    Tag 24 – Die Rückkehr

    Wie an jedem Tag hielt Langhals für einen Moment den Kopf aus der Höhle und sah sich um. Er versuchte Spuren der kleinen Dinogruppe zu finden. Bisher hatte er nie Glück gehabt, doch heute entdeckte er sie endlich am Horizont.
    »Sie kommen. Sie sind endlich zurück. Jetzt wird alles wieder gut. Wir werden genug Futter haben und nicht mehr frieren zu müssen.« Er sah in das Innere der Höhle und versuchte, den anderen Dinosauriern mit seinem Blick Hoffnung zu machen.
    »Da seid ihr endlich.« Langhals sah von einem kleinen Dino zum nächsten. »Wo ist das Feuer? Wo habt ihr das Futter versteckt?«
    Das Boo begann zu weinen. »Wir haben es nicht geschafft. Wir waren so nah dran, haben aber alles verloren.«
    »Vielleicht können wir euch bei einem eurer Problem helfen.« Unter den Decken der Abenteurer flitzten die kleinen, haarigen Tiere hervor, die sich ihnen schon vor einiger Zeit angeschlossen hatten.
    »Sind das etwa … Säuger? Igitt!« Langhals sprang erschrocken zur Seite.

  • Die Dinos und das Boo 23 – Resignation

    Tag 23 – Resignation

    Minutenlang standen sie nun im Kreis und starrten auf den nassen Baum am Boden, der noch vor wenigen gebrannt und Feuer behütet hatte. Keiner der Dinos wagte, etwas zu sagen. Dafür waren sie viel zu fertig und enttäuscht. Das Boo fand als erstes seine Sprache wieder.
    »Jetzt haben wir alles verloren. Es ist vorbei. Wir haben kein Feuer gegen die Kälte und keine Nahrung gegen den Hunger. Der Winter hat bereits gegen uns gewonnen. Wir können nicht noch einmal zum Feuerberg zurück. Uns läuft die Zeit davon.«
    »Wir kriegen das irgendwie hin. Uns wird etwas anderes einfallen.« Big T sah das Boo mit großen Augen an und nickte immer wieder aufmunternd. »Wir werden uns etwas Neues einfallen lassen.«
    Das Boo reagierte nicht auf ihn. Es breitete seine Flügel aus und flog ohne ein weiteres Wort in Richtung Höhle. Es musste der Herde die traurige Nachricht überbringen. Die anderen Dinos folgten ihm zu Fuß. Ein beschwerlicher Heimweg stand ihnen bevor.

  • Die Dinos und das Boo 22 – Nahrungssuche

    Tag 22 – Nahrungssuche

    Sie erreichten schnell die Küste. Wo normalerweise sanfte bis große Wellen über das Ufer schwappten, lag nun eine dicke, von Schnee bedeckte Eisschicht. Die Insel lag direkt vor der zusammengewürfelten Gruppe. Sie war komplett von grünen Pflanzen überwuchert. Sie schien mitten in einer warmen Meeresströmung zu liegen.
    »Wenn wir dort leben würden, könnte uns der Winter nichts mehr anhaben. Dann hätten wir Wärme und Futter im Überfluss. Die großen Dinos der Herde würden allerdings den Weg hierher nicht überleben.«
    Onkel Edward war der erste, der seine Füße auf das Eis setzte. Das Meer und seine Küste waren sein Zuhause. Deswegen machte es ihm auch keine Angst.
    Schritt für Schritt ging der Spinosaurus weiter. »Seht ihr? Geht ganz einfach. Wir besorgen Futter und machen uns auf den Heimweg. Wir werden den Winter überleben.«
    Plötzlich krachte es unter Onkel Edward. Das Eis riss und brach. Der Dino versank im Wasser. Das Feuer auf seinem Rücken erlosch in den Fluten.

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