Tiergeschichten

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Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 26 – Ich hab geträumt von dir

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Bitte lies meine Geschichten einmal selbst, bevor du sie deinen Kindern vorliest. Sie sind zu Halloween etwas gruseliger, auch wenn sie lustig enden. Bitte bewerte vorher, ob dein Kind die Geschichten bereits versteht, damit umgehen kann und sich nicht zu sehr gruselt.

Ich hab geträumt von dir

Der Tod wirbelte herum, lief der hübschen Dame hinterher und holte sie nach wenigen Metern ein.
»Oh Mon Amour, Cherie. Isch bin so betört von dir. Lass misch dein Herzblatt sein.«
Er sah sie an, griff nach ihrer Hand und hauchte ihr einen Kuss darauf. In seinen leeren Augenhöhlen leuchteten zwei verliebte Herzen auf.
Was hältst du davon, wenn wir ein teuflisches Rendezvous miteinander verbringen? Isch bin mir sischer, dass du noch nie ein Date mit dem Tod himself hattest.«
Die Schweinedame wurde rot im Gesicht. »Ich bin doch so schüchtern.«, antwortete sie mit einem kleinen, feinen Stimmchen.«
»Sorg dich nicht. Ich werde dir einen traumhaften Tag bereiten, den du nie vergessen wirst.«
Nun stöhnte die Dame genervt. Mit unerwartet tiefer Männerstimme wies sie ihren Verehrer zurück. »Lass mal, Alter. Träume sind Schäume. Ich kann gern auf deine Liebesschwüre verzichten. Und jetzt schleich dich, bevor ich ruppig werde.«
Erschrocken wich der Tod einen Schritt zurück.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 23 – Wind im Gesicht

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Kapitel 23 – Wind im Gesicht

Der Wagen der Achterbahn, in dem sich Ulli Grunz befand, raste auf eine Kurve zu. Dem Captain war der Spaß längst vergangen und hatte einem flauen Gefühl im Magen Platz gemacht.
»Das schaffe ich niemals. Ich bin viel zu schnell.«
Er umklammerte den Griff vor sich, senkte seinen Kopf. Es krachte. Schienen barsten. Der Wagen flog aus der Verankerung und brauste einfach weiter.
Ulli sah wieder auf. »Alter, wie krass ist das denn?« Er wähnte sich bereits auf der sicheren Seite. Wie sollte ihn sein Verfolger jetzt noch einholen? »Nur weg von hier. Überall ist es besser, als in der Hölle.«
Da erhob sich im Wagen hinter dem Captain der Tod. Er ließ sich den Fahrtwind um die nicht vorhandene Nase wehen. Hätte er welche besessen, er hätte die Augen geschlossen und die wilde Fahrt genossen.
»Ist das nicht herrlich, Ulli Grunz? So viel Spaß habe ich schon lange nicht mehr gehabt. Warum hat mir eigentlich niemand gesagt, dass Achterbahnen so toll sind?«

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 10 – Die lieben Kleinen

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Kapitel 10 – Die lieben Kleinen

Lautes Lachen drang aus allen Richtungen an Ullis Ohr. Er sah sich um. Bestimmt zwei Dutzend Ferkel und Frischlinge umringten, schwer bewaffnet mit Papier und Bleistiften. Man sah ihnen die Anstrengung regelrecht an. Sie alle ließen ihre Zungen durch die halb geschlossenen Lippen heraushängen.
Der Tod beugte sich herab. Ulli konnte seinen Atem spüren. Ein widerlicher Mundgeruch stieg in seine Nase.
Moment mal. War der Tod nicht auch selbst tot? Warum atmete er dann?
»Schau genau zu, Ulli Grunz.«, flüsterte der Tod. »Sie sind alle besser als du. Findest du das nicht unangenehm? Ist dir das nicht peinlich? Ich an deiner Stelle würde mich vor Scham im Grabe umdrehen.«
Ullis Gesicht wurde puterrot. Es schien, als würde Rauch aus seinen Ohren aufsteigen. Langsam drehte er sich zum Tod um, sah ihm tief in die leeren Augenhöhlen.
»Was. Zur. Hölle. Willst. Du. Von. Mir? Verdammt nochmal!«
»Jetzt kommen wir der Sache näher.« Der Tod grinste breit.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 9 – Der Plan

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Kapitel 9 – Der Plan

Der kleine Flugdrache brachte Captain Ulli Grunz ein ganzes Stück vom Kakteenkreis fort. Er flog weit über die Grenzen des Waldes hinaus, bis ihm ein hoch aufgetürmtes Gebirge den weiteren Weg versperrte.
Der Captain landete und setzte sich erstmal auf den mit Kies und Staub bedeckten Boden. Er war fix und alle, brauchte eine Pause.
»So kann das doch nicht bis in alle Ewigkeit weitergehen.« Er stutzte. War das nicht die Wortwahl des Todes? Hatte er nicht von einer Strafe bis in alle Ewigkeit gesprochen? Vielleicht war die Volkshochschule nur ein Trick gewesen. Vielleicht sollte die Jagd nach ihm die eigentliche Hölle sein.
»Ich muss mich endlich auf meine Qualitäten und Erfahrungen berufen, die einen Captain der Raumflotte ausmachen. Ich brauche einen Plan.«
Ulli Grunz zog ein paar Striche und Zeichnungen in den Boden, machte sich Notizen, bis er eine Hand auf seiner Schulter spürte.
»Nicht gerade der geborene Picasso. Jeder Frischling ist talentierter.«
Der Tod hatte gefunden.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 8 – Letzter Ausweg

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Kapitel 8 – Letzter Ausweg

Ulli Grunz ließ die Schultern hängen. So hatte er sich das Ende seines Schweinelebens nicht vorgestellt. Es gab keinen Ausweg mehr. Er war gefangen.
»Wirst du endlich kooperieren?« Der Tod stürmte auf den Captain zu. Hätte sich in seiner dunklen Kapuze kein nackter Knochenschädel befunden, seine Mimik würde grenzenlose Wut zeigen. »Ich habe es satt, dich durch die Hölle zu jagen. Ich habe noch andere Termine. Mein Zeitplan kommt durcheinander. Mein Boss macht mir Feuer unter dem Hintern, wenn ich mich verspäte.«
Feuer. Drachen. Ullis Blick hellte auf. Es schien, als würde kurz ein Licht in seinen Augen aufblitzen.
»Ich gebe auf. Habe ich einen letzten Wunsch frei?«
Der Tod zögerte. »Dein Ernst oder ist das wieder ein schweinischer Trick?«
»Warum sollte ich tricksen? Du findest mich eh. Bekomme ich einen Kaugummi?«
Der Tod nickte.
Ulli atmete auf, packte den Kaustreifen aus dem Papier und faltete daraus einen kleinen Drachen.
»Reingelegt.« Schon trug ihn der Wind davon.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 7 – Auf der Flucht

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Kapitel 7 – Auf der Flucht

Captain Ulli Grunz rannte um sein Leben. Er empfand seine eigenen Gedanken als seltsam. Laut den Worten des Todes war er bereits verschieden. Er gab sich immer noch der Hoffnung hin, den Weg zurück auf sein Raumschiff ENTERSCHWEIN zu finden.
Ulli ließ das Schulgelände hinter sich. Ein genaues Ziel hatte er nicht. Je weniger er über eine Richtung nachdachte, desto schlechter würde der Tod ihm folgen können.
Er erreichte den Stadtrand. So klein hatte er seine Heimat gar nicht mehr in Erinnerung. »Egal. Rein da.«
Der Captain lief vorbei an Bäumen, die dick wie Gasometer waren und so hoch wie Wolkenkratzer, bis er sich vor einer undurchdringlichen Wand aus stacheligen Kakteen wiederfand. »Schnell zurück. Ich muss einen anderen Weg finden.«
Aber es war bereits zu spät. Die Kakteen hatten ihn eingeschlossen. Er war gefangen.
»So schnell sehen wir uns wieder.« Der Tod durchdrang die grüne Wand, als wären sie ein Vorhang. »Ich muss ein ernstes Wörtchen mit dir reden, Ulli Grunz.«

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 6 – Ich bin ich und wer bist du?

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Ich bin ich und wer bist du?

Ulli Grunz landete wenige Meter weiter und drei Etagen tiefer auf dem Schulhof. Über sich hörte er die wütende Stimme des Todes.
»Ich brauche schnell ein Versteck oder eine Tarnung, damit ich aus diesem Alptraum herauskomme.«
Er sah sich um. Am anderen Ende des Hofes stand ein großes Gebäude. »Natürlich. Die Aula. Im Fundus der Theater AG werde ich bestimmt ein passendes Kostüm finden.«
Der Captain lief los. Die Tür war nicht verschlossen. In der Eingangshalle nach links, den Gang runter und durch die letzte Tür.
Der Tod war ihm dicht auf den Fersen. Es hatte keine Minute gedauert, bis er das Versteck gefunden hatte. Doch statt des flüchtigen Ebers stand er dem Tod gegenüber.
»Ich habe alles durchsucht. Ulli Grunz ist nicht hier.«
Der Tod nickte und lief zurück auf den Gang. Nach ein paar Meter blieb er stehen. »Moment mal. Ich bin der Tod. Mich gibt es kein zweites Mal.«
Er machte kehrt, doch Ulli war bereits durch ein Fenster entkommen.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 5 – Auf und davon

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Auf und davon

Nebelschwaden drangen durch Türen und Fenster herein. Sie hüllten Uli Grunz volltändig ein. Nicht einmal seine eigene Nasenspitze war noch zu erkennen.
»Was geschieht mit mir?«
Einen Augenblick später war der Nebel verschwunden. Ulli saß, gekleidet in einen albernen Matrosenanzug, mitten in einem Klassenraum.
»Mist. Jetzt muss ich meine hoch peinliche Schulzeit erneut durchmachen. Das überlebe ich nicht.«
Schon erklang die Stimme des Todes in seinem Kopf. »Du irrst dich, Captain. Du gehörst nicht mehr zu den Lebenden. Das ist dein ganz persönliches Jenseits.«
Ulli Grunz stöhnte. »Ich muss hier dringend raus.«
Er beugte sich unter den Tisch und griff zur Schultasche. »Wenn der Tod meine Schule eins zu eins kopiert hat, dann bin ich schneller hier raus, als er Friedhof sagen kann.«
Er holte ein Fläschchen mit Seifenlauge aus der Tasche und blies kräftig in den Ring, der sich im Deckel befand. Eine riesige Blase entstand, mit deren Hilfe der Eber aus dem Fenster verschwand.

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 4 – Du hast noch viel zu lernen

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Kapitel 4 – Du hast noch viel zu lernen

Kurz war in Ulli Grunz Hoffnung aufgeflammt. Offensichtlich hatte der Tod seinen nächsten Kunden an Bord des Raumschiffs ENTERSCHWEIN in Empfang nehmen sollen. Leider war er einen Schritt zu langsam gewesen.
Der Tod drehte sich wieder um. »Du!« Er stürmte auf den Captain zu. »Du hast mich abgelenkt. Jetzt ist er mir entwischt. Dafür wirst du in der Hölle schmoren. Das …« Er holte noch einmal seine Liste hervor. »Das wirst du mir büßen, Ulli Grunz.«
Ein Lachen kroch aus seiner Kehle, das selbst den Teufel in Angst und Schrecken versetzt hätte. Er griff nach Ullis Arm. Einen Augenblick später verschwanden sie aus der Kabine und fanden sich in einem kühlen, weißen Flur wieder.
»Wo sind wir hier?« Ulli blickte sich zitternd um.
»Das ist die Volkshochschule Schweinfurt. Hier hast du vergeblich versucht, dein Abitur nachzuholen.«
Der Captain riss panisch die Augen. »Nein. Nein! NEIN! Alles nur das nicht.«
»Willkommen in deiner Ewigkeit, Ulli Grunz.«

(c) 2024, Marco Wittler

Captain Ulli Grunz im Reich des Todes – Kapitel 3 – Ungebetener Besuch

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Ungebetener Besuch

»Hä? Was?«
Captain Ulli Grunz zog die Stirn in Falten. »Ich bin nicht Scott Schimpanse.« Er straffte sich, zog sich seine Uniform wieder glatt. »Kann es sein, dass du gerade einen fatalen Fehler machst und mich verwechselst?« Vorsichtig streifte er die knöchernen Hände des Tods von seinen Schultern ab.
In der Kapuze des schwarzen Umhangs kam ein nackter Knochenschädel zum Vorschein.
»Kann nicht sein. Ich gehe ganz sorgfältig nach meiner Liste vor.«
Der Tod kramte einen Zettel aus seiner Tasche. »Hier, schau selbst. Captain Scott Schimpanse und Morgen ist dann Ulli Grunz an der Reihe.«
»Ich bin aber nicht dieser komische Affe, ich bin Ull …« Der Captain hielt inne. Fast hätte er sich verraten.
Ein Licht tauchte hinter den Beiden auf. Jemand beamte sich in den Raum. Ein Schimpanse im Raumanzug erschien.
Der Tod fuhr herum. »Du!« Er hatte seinen Fehler erkannt und sprang Scott Schimpanse entgegen, der panisch auf eine Fernbedienung drückte und wieder verschwand.

(c) 2024, Marco Wittler