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Aus der Zeitung in Köln am Rhein:
Groß und kräftig soll er sein,
mit Einem Hipster-Bart, ja das wär fein,
Augen, leuchtend wie der Kerzenschein,
mit einem Herzen klar und rein,
dann bin ich für immer dein.
Schreibe mir, denn ich bin ganz allein,
zu Zweit zu sein das wär ein Träumelein.

Er sitzt am Ufer der Donau,
liest die Zeilen ganz genau.
Sich zu verlieben wäre einfach wow.
„Aber ob ich mich das trau?
Ich wär gern an der Seite einer tollen Frau.
Auf meine Hoffnung ich noch immer bau.
Denn eines weiß ich ganz genau:
dass ich mich das nicht wirklich trau.“

Er ahnt schon, das geht schief.
Trotzdem versucht er‘s ganz naiv
und schreibt ihr einen Brief.
„Ich bin groß, trag Bart, bin ganz attraktiv.
Mein Charakter geht sehr tief.
Die Liebe bei mir bisher nie so gut verlief.

Mein Anblick stört die meisten Frauen,
weshalb sie schon beim Date abhauen.
Sie wollen mir nicht ins Auge schauen.
Dabei würd ich gern auf Blicke bauen.
Sorge aber dann für Entsetzen und auch Grauen.
Trotzdem will ich mich noch einmal trauen.
Vielleicht kann ich dein Herz dir klauen.“

Wort für Wort liest sie die Zeilen,
will mit diesem Mann verweilen,
vielleicht ihre Herzen gemeinsam heilen.
Die Gefühle miteinander teilen,
an der Liebe mit ihm feilen,
schon bald zueinander eilen.

Die große Liebe ist’s, sie wissen‘s ganz genau.
Der Blick des Zyklopen sagt es genau.
Die Dame vor ihm ist eine Schau,
mit einem Auge, wie der Ozean so blau.
Eine Zyklopin ist die Hammerfrau.
Sie verlieben sich beim Date im schönen Lindau.

(c) 2020, Marco Wittler

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